CDU-Politiker Radtke rechnet bei Hart aber fair mit Kartellamt und Spritpreisen ab
Radtke bei Hart aber fair: Wut über Spritpreise und Kartellamt

Wutrede bei Hart aber fair: Radtke attackiert Kartellamt als "zahme Stallhasen"

In der ARD-Talkshow "Hart aber fair" hat der CDU-Europaabgeordnete Dennis Radtke (46) seinem Ärger über die explodierenden Benzinpreise freien Lauf gelassen. Der Politiker aus dem Ruhrgebiet richtete seine schärfsten Vorwürfe gegen das Bundeskartellamt und dessen scheidenden Präsidenten Andreas Mundt (65).

Schärfste Kritik am Kartellamt

Radtke ließ kein gutes Haar an der Aufsichtsbehörde: "Ich glaube nicht, dass die Menschen, die wie ich jetzt für 2 Euro 31 pro Liter getankt haben, an der Tankstelle stehen und sagen: 'Gottseidank haben wir eine Taskforce in Berlin, die sich das mal genauer anschaut.'" Der CDU-Politiker wurde noch deutlicher: "Das Kartellamt scheint ja eher eine Ansammlung von zahmen Stallhasen zu sein!"

Besonders der scheidende Kartellamtschef geriet ins Visier: "Wenn der Chef des Kartellamts, der in sieben Monaten in Rente geht, der Meinung ist, er müsse der Pensionierung entgegendämmern, dann muss man sagen: Dann gehe doch schon sieben Monate eher, und wir setzen jemanden an die Spitze, der die Instrumente, die wir kartellrechtlich haben, auch bereit ist anzuwenden, um mal Zähne zu zeigen!"

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Kritik auch an früheren Maßnahmen

Radtke übte ebenfalls Kritik an früheren Entlastungsmaßnahmen. Über den von Ex-Finanzminister Christian Lindner (47, FDP) umgesetzten Tankrabatt sagte er: "Es ist immer populär, zu sagen: schnell runter mit der Steuer! Das verstehe ich, dass das immer sofort Applaus gibt. Aber es ist auch schon sehr viel Geld versickert, und die Entlastung war an vielen Stellen auch nicht zielgerichtet." Der Europaabgeordnete betonte, dass Menschen mit seinem Einkommen nicht prioritär entlastet werden müssten, während andere stärker unterstützt werden sollten.

Differenzierter Ton gegenüber SPD

Deutlich milder fiel Radtkes Ton gegenüber der SPD aus. Er erklärte: "Es gibt da von mir keine Häme. Ich habe schon nach der Bundestagswahl gesagt: Wenn die älteste Partei in Deutschland hinter Nazis zurückfällt, ist es nicht unsere Aufgabe, denen noch zu zeigen, wo der Hammer hängt. Sondern da muss man unter Demokraten die anderen in den Arm nehmen und ihnen die Chance geben, wieder aufzustehen."

Persönlicher Bezug zur SPD-Geschichte

Zum Abschluss wurde der Politiker persönlich und berichtete von seiner familiären Verbindung zur Sozialdemokratie: "Meine beiden Großväter waren über 50 Jahre Sozialdemokraten. Wenn man so sozialisiert wird im Ruhrgebiet, dann tritt man in die SPD ein." Doch er distanzierte sich von der heutigen Partei: "Die SPD meiner Großväter, die gibt es heute nicht mehr." Als Beispiel nannte er Entscheidungen in seiner Heimatstadt Bochum, wo die SPD mit den Grünen Pachtflächen für Landwirte gekündigt habe - nicht für Wohnraum oder Gewerbe, sondern um die Flächen sich selbst zu überlassen. "Mit solchen SPD-Funktionären hätte man im Ortsverein meiner Großväter feucht durchgewischt", so Radtkes abschließendes Urteil.

Die Sendung "Hart aber fair" mit Moderator Louis Klamroth (36) stand unter dem Thema "Tanken teuer, Angst vor Inflation: Ist die Regierung machtlos?" und bot eine hitzige Diskussion über die aktuelle Preisentwicklung und staatliche Gegenmaßnahmen.

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