Bill Cosby erneut schuldig: Jury verhängt Millionenstrafe in Missbrauchsprozess
Bill Cosby: Millionenstrafe in Missbrauchsprozess

Bill Cosby erneut schuldig gesprochen: Millionenstrafe in Zivilprozess verhängt

Der US-amerikanische Komiker und Schauspieler Bill Cosby (88) ist in einem Zivilprozess in Kalifornien erneut des sexuellen Missbrauchs für schuldig befunden worden. Eine Jury sprach der Klägerin, einer heute 84-jährigen Frau, Schadenersatz in Höhe von mehr als 19 Millionen Dollar zu, was umgerechnet über 16 Millionen Euro entspricht. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Cosby die Frau vor mehr als 50 Jahren missbraucht hatte.

Details der Vorwürfe und des Prozesses

Laut der Klageschrift soll Cosby im Jahr 1972 die damals als Kellnerin tätige Frau zu einer seiner Shows eingeladen haben. Dort habe er sie mit Alkohol und Tabletten wehrlos gemacht und anschließend missbraucht. Ein neues kalifornisches Gesetz ermöglichte diese Schadenersatzklage, da es keine Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch mehr vorsieht. Cosby war in dem Verfahren nicht persönlich erschienen, lehnte die Vorwürfe jedoch über seine Verteidiger und in einer eidesstattlichen Aussage ab.

Nach Bekanntwerden des Urteils äußerte sich die Klägerin emotional: „Es habe 54 Jahre gedauert, um Gerechtigkeit zu erfahren“, sagte sie laut der „New York Times“. Sie hoffe, mit diesem Urteil auch anderen Frauen, die ähnliches erlebt haben, ein wenig helfen zu können. Cosbys Anwaltsteam kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen, und betonte weiterhin die Unschuld ihres Mandanten.

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Hintergrund: Cosbys juristische Vergangenheit

Bill Cosby, einst als Amerikas Vorzeige-Vater durch die beliebte Sitcom „Die Bill Cosby Show“ bekannt, steht seit Jahren im Zentrum schwerwiegender Missbrauchsvorwürfe. Im Rahmen der MeToo-Bewegung haben ihm Dutzende Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die er stets zurückgewiesen hat. In einem Strafprozess wurde er 2018 wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt und verbrachte knapp drei Jahre im Gefängnis.

Im Jahr 2021 kam Cosby jedoch überraschend frei, nachdem ein Verfahrensfehler zur Aufhebung der Verurteilung führte. Seitdem wurde er weiter mit Zivilklagen konfrontiert. Bereits 2022 befand ihn eine Jury in Los Angeles des sexuellen Missbrauchs einer 16-Jährigen im Jahr 1975 für schuldig und sprach der Klägerin 500.000 Dollar zu. Die aktuelle Millionenstrafe unterstreicht die anhaltenden rechtlichen Konsequenzen, mit denen der ehemalige Entertainer zu kämpfen hat.

Die juristischen Auseinandersetzungen werfen ein Schlaglicht auf die langfristigen Auswirkungen sexueller Gewalt und die Rolle von Gesetzesänderungen, die Opfern mehr Möglichkeiten zur Gerechtigkeit bieten. Trotz der Freilassung im Strafverfahren zeigen die Zivilprozesse, dass die Vorwürfe weiterhin rechtlich verfolgt werden und hohe finanzielle Belastungen für Cosby bedeuten können.

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