Donnarummas WM-Fluch hält an: Seine Wunder reichen nicht für Italien
Donnarummas WM-Fluch: Seine Wunder reichen nicht

Donnarummas WM-Fluch hält an: Seine Wunder reichen nicht für Italien

Im Hexenkessel von Zenica war Gianluigi Donnarumma letztlich machtlos. Während den Italienern am Elfmeterpunkt zweimal die Nerven versagten, musste sich der Torhüter nach 120 Minuten Kampf gegen Bosnien und Herzegowina viermal geschlagen geben. Die Chance, zum Helden zu werden, blieb ungenutzt – und das, obwohl Donnarumma im Elfmeterschießen gleich zweimal den richtigen Riecher hatte.

Die bittere Niederlage im Detail

Im Duell mit Haris Tabakovic hatte Donnarumma zwar die richtige Ecke erwischt, doch der Schuss des Gladbachers schlug unhaltbar im Kreuzeck ein. Noch deutlicher bitterer wurde es beim entscheidenden Versuch von Esmir Bajraktarevic. Unten rechts schien Donnarumma einer Parade bereits ganz nahe zu sein, doch irgendwie rutschte der Ball noch durch die Hände des Keepers. Statt eines letzten Hoffnungsschimmers musste die Squadra Azzurra die Teilnahme an der WM 2026 endgültig abschreiben.

Erst am Tag danach meldete sich Donnarumma zu Wort. „Gestern Abend, nach dem Spiel, habe ich geweint“, schrieb er bei Instagram. „Ich habe geweint wegen der Enttäuschung, dass es uns nicht gelungen ist, Italien dorthin zu bringen, wo es hingehört.“ Der Kapitän bekannte sich zur Traurigkeit, die er zusammen mit der gesamten Mannschaft und den Fans empfinde.

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Ein ganzes Land in Tränen

Ein ganzes Land stürzte nach dem erneuten WM-Fiasko ins Tal der Tränen. Zum dritten Mal in Folge wird eine Weltmeisterschaft damit ohne Italien stattfinden müssen. Das bislang letzte WM-Spiel? Ein 0:1 gegen Uruguay in der Gruppenphase 2014. Und das letzte K.o.-Spiel? Das siegreiche WM-Finale 2006.

Nach der Niederlage war in der nationalen und internationalen Presse entsprechend von einer „italienischen Apokalypse“, einem „Desaster“ oder dem „größten Drama der Fußball-Welt“ die Rede. Besonders bitter war der erneute Patzer in den Playoffs jedoch für Donnarumma persönlich.

Von der EM-Euphorie zur WM-Enttäuschung

Bereits mit 17 Jahren feierte das damalige Supertalent sein Debüt für die Nationalmannschaft und löste zwei Jahre später endgültig den legendären Gianluigi Buffon als Nummer eins ab. Der EM-Titel von 2021 scheint mittlerweile wie aus einer anderen Welt. Damals parierte Donnarumma im Elfmeterschießen des Finals noch zwei Elfmeter und wurde von der UEFA als Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Seine erste Weltmeisterschaft wird Italiens Kapitän Donnarumma, trotz jahrelanger Leistungen auf Top-Niveau für AC Mailand, Paris Saint-Germain und jetzt Manchester City, nun jedoch frühestens 2030 absolvieren können – 14 Jahre nach seinem Debüt und im Alter von 31 Jahren.

Die Vorgeschichte des Dramas

Vor dem Spiel gegen Bosnien hatte Donnarumma ursprünglich klargemacht, welche Bedeutung die Partie für ihn und ganz Italien habe. „Wir spüren die Verantwortung gegenüber allen Fans und generell gegenüber dem ganzen Land“, sagte er auf der Pressekonferenz und sprach von einem „der wichtigsten Spiele meiner Karriere“.

Doch das Warten geht weiter. In den Playoffs zur WM 2018 war Italien an Schweden gescheitert und musste sich vier Jahre später auch Nordmazedonien geschlagen geben. Die tragische Figur war schon damals ausgerechnet Donnarumma. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit wurde er erstmals, aber entscheidend durch einen Distanzschuss der Gäste bezwungen.

Kontroverse Momente und emotionale Ausbrüche

Während des Spiels machte sich Donnarumma am Notizzettel von Bosniens Keeper Nikola Vasilj zu schaffen und zerriss diesen mutmaßlich. Im Anschluss war nicht nur der Torwart vom FC St. Pauli außer sich. Auch die bosnische Presse schrieb von einer „Schande für den Fußball“. Zudem war Donnarumma durch einen leichten Kopfstoß aufgefallen, der ungeahndet blieb.

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Doch auf dem Feld war Donnarumma einer der wenigen Italiener, die wirklich überzeugten. Mit zahlreichen Paraden hielt er seine Mannschaft im Spiel und rettete Italien unter anderem in der 88. Spielminute in die Verlängerung. „Donnarumma reicht nicht“, lautete deshalb die Analyse von Tuttosport: „Er gibt der gesamten Mannschaft Sicherheit – und wenn die anderen nicht mehr herankommen, vollbringt er Wunder.“

Die Zukunft der Squadra Azzurra

Auch wenn der 81-malige Nationalspieler in seiner Karriere immer wieder durch Schwächen auffiel, steht sein Weltklassetalent auf der Linie seit jeher außer Frage. Trotz der jüngsten Enttäuschung und Forderungen nach einem Umbruch im Nationalteam, dürfte er somit auch auf dem Weg zur WM 2030 weiter zwischen den Pfosten stehen.

Der Corriere della Sera sah in Donnarumma im Tor, Ricardo Calafiori in der Abwehr, Sandro Tonali im Mittelfeld und Pio Esposito das „Grundgerüst der Nationalmannschaft der Zukunft“. Dabei nahm das Blatt auch Donnarumma in die Pflicht: „An Erfahrung und internationalem Format mangelt es nicht.“

Auch Donnarumma richtete in seinem Statement den Blick nach vorne: „Nach einer so großen Enttäuschung muss man den Mut finden, noch einmal ein neues Kapitel aufzuschlagen. Und dafür braucht es viel Kraft, Leidenschaft und Überzeugung.“ Der Kapitän bleibt optimistisch, dass das Leben diejenigen belohnt, die alles geben, ohne sich zu schonen.