Dynamo Dresden muss hohe Geldstrafe für Fan-Ausschreitungen berappen
Der Zweitligist Dynamo Dresden ist vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erneut mit einer empfindlichen Geldstrafe belegt worden. Insgesamt muss der Verein wegen des Fehlverhaltens seiner Anhänger bei vier verschiedenen Auswärtsspielen die Summe von 140.440 Euro zahlen. Diese Entscheidung gab der Verband am Donnerstag bekannt und unterstreicht damit die konsequente Handhabung bei Regelverstößen.
Pyrotechnik in Kiel führt zu größtem Einzelposten
Der mit Abstand größte Teil der Strafe – genau 91.140 Euro – steht im Zusammenhang mit dem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel am 20. Dezember 2005. Laut der Urteilsschrift des DFB-Kontrollausschusses wurden im Gästeblock von Dynamo Dresden zu Beginn der zweiten Halbzeit mindestens 86 pyrotechnische Gegenstände, darunter Bengalische Feuer und Farbfackeln, entzündet. Zudem wurden neun Raketen abgeschossen, was zu einer Spielunterbrechung von etwa vier Minuten führte.
Der DFB orientiert sich bei der Strafhöhe an seinem Strafzumessungsleitfaden. Für Zweitligisten bedeutet dies: 600 Euro pro abgebranntem Bengalo und 1.500 Euro pro abgeschossener Rakete. Da die Aktion zu einer Spielverzögerung zwischen drei und vier Minuten führte, wurde die Strafe zusätzlich um 40 Prozent erhöht.
Weitere Vorfälle in Magdeburg, Berlin und Elversberg
Ein weiterer Posten in Höhe von 38.300 Euro resultiert aus Pyro-Vergehen beim Auswärtsspiel in Magdeburg am 24. Januar dieses Jahres. Hier listet der DFB mindestens 23 pyrotechnische Gegenstände auf, von denen je einer in den Innenraum und den angrenzenden Heimblock geworfen wurde.
Beim Auswärtsspiel bei Hertha BSC Anfang November kam es im Oberring des Olympiastadions zu einzelnen körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine. Dafür muss Dynamo Dresden 8.000 Euro zahlen.
Schließlich kommen noch 3.000 Euro hinzu, weil auch beim Auswärtsspiel in Elversberg im vergangenen September nicht alles störungsfrei ablief. In der Urteilsbegründung heißt es: „Während des Spiels kam es zu großflächigen Verschmutzungen des Gastbereichs durch die Anhänger von Dynamo Dresden. Insbesondere Stadionwände, Türen sowie Toilettenanlagen wurden großflächig verschmutzt und 'bestickert'. Zudem wurde ein Zaun aus seiner Betonverankerung gerissen und beschädigt.“
Teil der Strafe kann für Präventionsmaßnahmen verwendet werden
Interessant ist, dass Dynamo Dresden einen Teil der Gesamtsumme – konkret 46.600 Euro – für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwenden darf. Voraussetzung ist, dass der Verein entsprechende Nachweise für diese Investitionen erbringt. Der Klub hat den Urteilen zugestimmt, wodurch sie rechtskräftig geworden sind.
Diese erneute hohe Strafe zeigt, dass der DFB weiterhin konsequent gegen Pyrotechnik, Vandalismus und Gewalt in den Stadien vorgeht. Für Dynamo Dresden bedeutet dies nicht nur einen finanziellen Aderlass, sondern auch einen Imageschaden, der über die reine Geldstrafe hinausgeht.



