Dynamo Dresdens Youngster Tony Menzel: Mehr Spielzeit durch weniger Intensität?
Dynamo Dresden: Menzel soll für mehr Spielzeit weniger Gas geben

Dynamo Dresdens Youngster Tony Menzel: Mehr Spielzeit durch weniger Intensität?

Er ist ein echtes Eigengewächs von Dynamo Dresden und galt in der Aufstiegssaison als echter Shooting-Star. In der 2. Liga ist es jedoch deutlich ruhiger geworden um Tony Menzel (20). Auch am Samstag gegen Elversberg dürfte es mit der Startelf für den gebürtigen Dresdner eng werden.

Von der Stammkraft zum Reservisten

Während der Youngster in der vergangenen Drittliga-Serie mit fünf Toren und vier Vorlagen in 30 Spielen zum Stammpersonal zählte, musste er in der laufenden Saison wieder ins zweite Glied rücken. Bisher neun Einsätze, nur einer davon über 90 Minuten, sprechen eine deutliche Sprache. Die erhöhte Konkurrenzsituation, gerade nach der Winterpause, ist sicher eine Erklärung dafür. Trainer Thomas Stamm sieht allerdings noch eine andere, für ihn sogar entscheidendere Ursache.

Trainer Stamm mit ungewöhnlichem Rat

„Tony ist ein unfassbar fleißiger und fitter Spieler. Von seiner Intensität, Haltung und Leidenschaft – offensiv wie defensiv – bringt er was mit, das nicht alle bei uns mitbringen. Damit tut er der Mannschaft gut“, lobt der Schweizer Trainer seinen Schützling. Das große ABER folgt jedoch prompt: „Bei ihm ist die Verletzungsproblematik der Schlüssel.“

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Tatsächlich fiel Menzel in den letzten drei Spielzeiten für Dynamo Dresden jeweils für mehrere Wochen wegen diverser Verletzungen aus, zuletzt im November und Dezember wegen eines angebrochenen Ellenbogens. „Er bringt seine Stärken auf den Platz, schreckt vor nichts zurück und führt Zweikämpfe so, wie man sie führen muss“, so Stamm weiter. „Vielleicht ist es aber manchmal auch gut, gerade in der Trainingswoche, nicht immer diese hundertzehn Prozent zu haben. Es wäre gut für ihn, da eine Mischung hinzukriegen.“

Verfügbarkeit als Schlüssel zum Erfolg

Mit anderen Worten: Menzel soll zu seinem eigenen Vorteil ab und zu auch mal einen Gang herunterschalten. Eigentlich hört man über einen Fußball-Profi meist das Gegenteil. „Es geht um Verfügbarkeit. Je öfter er auf dem Platz steht, umso mehr Potenzial wird er gerade als junger Spieler immer wieder abrufen können. Und umso mehr können wir seine Stärken gebrauchen“, erklärt Stamm seine ungewöhnliche Herangehensweise.

Der Trainer führt weiter aus: „Alle jungen Spieler, die ich in den letzten Jahren begleiten durfte und die diese Verfügbarkeit hatten, haben einen guten Weg gemacht. Für alle anderen war es schwierig.“ Also weniger Verletzungspausen ist gleich mehr Spiele. So ganz haut Stamms Faustregel dann allerdings doch nicht hin. Denn bereits vor seiner Ellenbogenverletzung war Menzel in dieser Hinrunde mehrmals nicht mal im Kader. Und umgekehrt brachte er es in der vergangenen Serie trotz Zwangspause wegen seines Knies eben auf 30 Drittliga-Spiele.

Herausfordernde Situation für den Youngster

Für den 20-jährigen Mittelfeldspieler ergibt sich somit eine komplexe Situation: Ihm bleibt derzeit nichts anderes übrig, als sich im Training mit starken Leistungen für Zweitliga-Einsätze anzubieten – und das möglichst schonend. Die Balance zwischen notwendiger Trainingsintensität und Verletzungsprävention stellt für den jungen Profi eine besondere Herausforderung dar.

Während Menzel in der 3. Liga noch als Shooting-Star glänzen konnte, muss er sich in der 2. Liga nun gegen stärkere Konkurrenz behaupten. Sein Trainer setzt dabei auf einen unkonventionellen Ansatz: Nicht maximale Intensität, sondern intelligente Belastungssteuerung soll dem Talent langfristig zu mehr Spielzeit verhelfen. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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