Eberls Aussagen lassen aufhorchen: Ist Neuer mit 40 Jahren zu alt für Bayern?
Die jüngste Verletzung von Manuel Neuer (39) und ein bemerkenswerter Satz von Sportvorstand Max Eberl (52) haben beim FC Bayern München eine intensive Debatte über die Zukunft des Torwarts ausgelöst. Nur einen halben Tag nach dem 4:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem Neuer zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, stand die Diagnose fest: ein erneuter Faseriss in der Wade, der den Keeper für etwa zwei Wochen außer Gefecht setzt.
Die gleiche Verletzung wie im Februar
Bereits Mitte Februar hatte sich Neuer die gleiche Verletzung beim Auswärtsspiel in Bremen zugezogen und musste daraufhin zwei Spiele pausieren. Jetzt verpasst er sogar die wichtigen Champions-League-Achtelfinalspiele gegen Atalanta Bergamo. Eberls Aussage über den Torhüter ließ dabei besonders aufhorchen: „Was wir immer sagen, er wird eben 40 im März und deswegen sind wir froh, dass wir mit Jonas und mit Ulle so gute Torwarte dahinter haben.“
Die entscheidende Frage: Ist Neuer noch dauerhaft auf Weltklasseniveau?
Die erneute Wadenverletzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ohnehin immer lauter über ein mögliches Karriereende des Rekordnationaltorwarts diskutiert wird. Am 27. März, also in weniger als drei Wochen, feiert Neuer seinen 40. Geburtstag – eine markante Zahl, die Bayern und Neuer mit einer wegweisenden Entscheidung verknüpft haben.
Rund um seinen Geburtstag sollen Gespräche darüber geführt werden, ob Neuers Vertrag noch um ein weiteres Jahr verlängert wird. Noch vor wenigen Monaten gingen die meisten Experten davon aus, dass der Torwart definitiv ein weiteres Jahr anhängen würde. Seine Leistungen in der Hinrunde waren meist wieder auf dem gewohnten Weltklasseniveau, und viele Fachleute forderten sogar eine Rückkehr ins DFB-Team für die anstehende Weltmeisterschaft.
Die Verletzungsproblematik der letzten Jahre
In jüngster Zeit hört man jedoch immer häufiger aus Neuers Umfeld und dem Bayern-Lager, dass ein Karriereende im Sommer durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Die Verletzungen der vergangenen Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen. Seit seiner schweren Ski-Verletzung im Dezember 2022, als er mit einem Unterschenkelbruch fast ein Jahr ausfiel, häufen sich die kleineren Verletzungen:
- März 2024: Muskelfaserriss im linken Adduktor – fast drei Wochen Ausfall
- September 2024: Oberschenkelprobleme – 9 Tage Pause
- Dezember 2024: Rippenbruch – etwa 4 Wochen Pause
- März 2025: Muskelfaserriss in der rechten Wade – zwei Monate Ausfall
- Dezember 2025: Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel – 3 Wochen Pause
Jetzt erneut zwei Muskelfaserrisse in direkter Folge – Neuers Körper scheint ihm immer wieder Probleme zu bereiten. Der Torwart selbst sagte einmal: „Vom Alter gibt es für mich keine Vorgabe. Ich sage nicht, dass mit 40 Jahren Schluss ist.“ Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass er nur so lange spielen will, wie er sich wirklich topfit fühlt.
Die entscheidende Weichenstellung steht bevor
Jetzt muss Neuer genau abwägen, ob im Sommer vielleicht der Punkt erreicht ist, an dem er sagt: Das war's. Die Gespräche mit dem FC Bayern werden zeigen, ob beide Seiten noch an eine gemeinsame Zukunft glauben. Die Tatsache, dass Eberl die Alternativen Jonas und Ulle (gemeint sind vermutlich die Torhüter Jonas Omlin und Alexander Nübel) explizit erwähnte, deutet darauf hin, dass der Verein sich bereits auf eine Zeit nach Neuer vorbereitet.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob einer der besten Torhüter aller Zeiten seinen Vertrag beim FC Bayern München verlängert oder ob das Kapitel Neuer beim Rekordmeister nach einer legendären Karriere geschlossen wird. Die Verletzungsanfälligkeit der letzten Monate und das bevorstehende 40. Lebensjahr werfen jedenfalls ernsthafte Fragen über die langfristige Belastbarkeit des Ausnahmetalents auf.



