Eberl warnt in Berater-Debatte: 'Wir haben nur dieses eine Boot'
In der durch die ehemaligen Bayern-Größen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge intensivierten Debatte über Berater im Profifußball hat sich nun auch Sportvorstand Max Eberl zu Wort gemeldet. Der 52-Jährige appelliert an alle Beteiligten, das gemeinsame Boot nicht zum Kentern zu bringen.
Boot-Metapher für den Fußballmarkt
'Wir müssen uns alle bewusst sein, wir haben nur dieses eine Boot und das eine Boot sollten wir nicht zum Kentern bringen', sagte Eberl in einem eindringlichen Statement. 'Dann rudert keiner mehr von uns.' Der Bayern-Manager verdeutlichte seine Position mit einer anschaulichen Metapher: 'Wir sitzen natürlich alle in diesem Boot des Fußballs und dieses Boot hat nur eine gewisse Anzahl an Paddeln. Wenn ich das Paddel jetzt mal mit finanziellen Möglichkeiten nehme und wenn irgendwann keine Paddel mehr da sind, dann rudert keiner mehr von uns.'
Hintergrund der aktuellen Debatte
Die Diskussion über Beraterzahlungen im Profifußball hat in den vergangenen Wochen deutlich an Intensität gewonnen. Laut FIFA-Berichten sind die Ausgaben der Clubs für Berater in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Besonders die Äußerungen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß haben die Debatte angeheizt. Nach der Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim FC Bayern hatte Hoeneß eine härtere Gangart angekündigt: 'Wir werden es uns nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft.'
Der frühere Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer ging sogar noch weiter und äußerte den Wunsch, Berater komplett abzuschaffen. Auch der langjährige Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hält grundlegende Reformen und ein verändertes Miteinander für dringend notwendig.
Eberls differenzierte Position
Anders als einige seiner Vorredner vertritt Max Eberl eine differenziertere Position. Am Tag vor dem Bundesliga-Spitzenspiel bei Borussia Dortmund betonte er: 'Dass Profis sich im komplexen Geschäft Beratung holen würden, sei nicht verwerflich, sondern richtig.' Eine pauschale Ablehnung von Beratern hält der Sportvorstand nicht für zielführend.
Eberl wies jedoch auf die Schwierigkeiten hin, allgemeingültige Regelungen zu finden. Sowohl er selbst als auch Rummenigge seien in 'zig Kommissionen' gewesen, aber aufgrund der 'unterschiedlichsten Interessenlagen' habe man keine einheitlichen Lösungen finden können.
Berater als fester Marktbestandteil
Der Bayern-Manager sieht Berater mittlerweile als festen Bestandteil des Fußballmarktes: 'Natürlich wird Geld bezahlt, wenn man einen Spieler haben möchte. Als Verein hast du immer die Kraft zu sagen: Okay, ich will es nicht oder ich will es doch, ich bin bereit, das zu investieren. Diese Entscheidungslage haben wir immer als Verantwortliche. Aber mittlerweile gehört der Berater zum Markt dazu wie Ablösesummen gegenüber anderen Vereinen.'
Eberls Äußerungen zeigen, dass die Debatte über Berater im Profifußball weiterhin kontrovers geführt wird. Während einige Akteure radikale Lösungen fordern, plädiert der Bayern-Sportvorstand für einen ausgewogenen Umgang mit dem Thema, der die Realitäten des modernen Fußballgeschäfts berücksichtigt.



