Eintracht Frankfurt löst mit umstrittenem Social-Media-Posting vor Bayern-Duell Diskussionen aus
Kurz vor dem Bundesliga-Topspiel zwischen dem Rekordmeister Bayern München und Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) sorgt ein Tweet des Traditionsklubs für erhebliche Kontroversen. Die Frankfurter reagierten damit auf eine journalistische Anfrage der BILD, die sich auf kritische Äußerungen der Ex-Profis Max Kruse und Martin Harnik bezog.
Kritik von Kruse und Harnik löst Reaktion der Eintracht aus
Im Podcast "Flatterball" hatten die ehemaligen Bundesliga-Spieler zuvor das Auftreten von Eintracht-Trainer Albert Riera kommentiert. Sky-Experte Martin Harnik äußerte dabei: „Er ist so ein Typ, da bin ich ganz ehrlich, dem gönne ich auch keinen Erfolg. Bei dem denke ich nur so: Ihn sang- und klanglos untergehen zu sehen, wäre schon ganz witzig.“
Sein Podcast-Kollege und Ex-Nationalspieler Max Kruse ergänzte die Kritik: „Ich habe das Gefühl, er überlegt sich jede Woche etwas Neues, um irgendwie richtig aufzufallen. Ich finde, es ist auch ein bisschen zu viel Show.“
Umstrittener Tweet der Eintracht-Social-Media-Abteilung
Als BILD-Journalist Johannes Wolf diese Aussagen in einer Pressekonferenz aufgriff, reagierte die Eintracht auf ihrem offiziellen X-Account mit einem bemerkenswerten Posting. Der Klub schrieb: „Liebe BILD_Eintracht, lasst uns doch darauf einigen, dass sich Fragen an unseren Cheftrainer in Pressekonferenzen nicht auf Meinungen aus einem Podcast stützen sollten, in dem von einem der beiden Hosts bereits der Pe*** durchs Internet gegeistert ist. Alles andere wäre doch unseriös. Danke.“
Diese Anspielung auf vermeintliche Penis-Fotos im Internet sorgte für Verwirrung und wurde von vielen Beobachtern als unangemessen bewertet. Besonders kurios erscheint der Tweet im Kontrast zur souveränen Reaktion von Trainer Riera selbst.
Trainer Riera reagiert gelassen auf die Kritik
Der 43-jährige Spanier zeigte sich in der Pressekonferenz deutlich entspannter als die Social-Media-Abteilung seines Vereins. Auf die Frage nach den kritischen Äußerungen von Kruse und Harnik antwortete Riera zunächst verdutzt: „Wer? Sind das Fußballer?“
Unabhängig davon, ob er die ehemaligen Bundesliga-Torjäger tatsächlich nicht kennt oder nicht, blieb der Eintracht-Trainer diplomatisch: „Ich bin nicht hier, um jemanden zu kritisieren. Aber man muss eines wissen: Wenn man spricht, besonders als Person des öffentlichen Lebens, gibt es immer ein Für und Wider. Man hat Hasser, man hat Leute, die einen mögen.“
Pressefreiheit versus Vereinskommunikation
Die Reaktion der Eintracht wirft Fragen zur Pressefreiheit und angemessener Vereinskommunikation auf. Klar ist, dass sich die BILD-Journalisten nach eigener Aussage nicht vorschreiben lassen werden, welche Fragen sie in Zukunft stellen dürfen.
Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie sensibel die Kommunikation zwischen Vereinen, Medien und ehemaligen Profis im modernen Fußballgeschäft ist. Während Trainer Riera professionell mit der Kritik umging, sorgte die Social-Media-Abteilung seines Vereins mit einem Tweet für deutlich mehr Aufsehen als die ursprünglichen Podcast-Äußerungen.
Das Bundesliga-Topspiel zwischen Bayern München und Eintracht Frankfurt findet nun unter diesen besonderen Vorzeichen statt. Ob der Tweet die Mannschaft beeinflussen wird oder ob Trainer Riera mit seiner souveränen Art das letzte Wort behält, bleibt abzuwarten.



