Eisschnelllauf-Verband geht nach ARD-Bericht mit Unterlassungserklärung in die Offensive
Die Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) und der ARD hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach einem kritischen Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders über angebliche Missstände im Verband hat die DESG nun eine Unterlassungserklärung an die ARD geschickt. Dies bestätigte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Verbandspräsident Große wehrt sich gegen Vorwürfe
DESG-Präsident Matthias Große reagierte damit auf einen Beitrag der ARD-Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus, der zu Beginn der Olympischen Winterspiele ausgestrahlt wurde. Der 58-jährige Verbandschef hatte sich bereits am Vortag in einer rund zweieinhalbstündigen Stellungnahme von allen Anschuldigungen distanziert und die Berichterstattung scharf kritisiert.
„Wer meinen Verband auf die Schlachtbank führt, mit dem teile ich nur noch den Gerichtssaal“, wetterte Große und sprach von einer „Schmutzkampagne“, einem „Hassspiel“ und von „Lügen“. Der Verbandsvorsitzende berichtete zudem, dass seine Anwälte bereits entsprechende Schreiben verschickt hätten und der Schaden für die DESG siebenstellig sei. Konkrete Angaben dazu, wodurch dieser Schaden genau entstanden sein soll, machte Große allerdings nicht.
ARD prüft Unterlassungserklärung kritisch
Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky den Eingang der Unterlassungserklärung. „Ja, das kann ich bestätigen“, sagte Balkausky. „Die ARD wird sich dieser Unterlagen selbstverständlich umgehend annehmen und sie kritisch in Abstimmung mit den involvierten Justiziariaten prüfen.“
Die Unterlassungserklärung erreichte den Sender genau einen Tag nach einem aufsehenerregenden Medientermin, bei dem zwei ARD-Journalisten Hausverbot erhalten hatten. Große hatte den beiden Reportern den Zutritt zu seinem Anwesen im Müggelturm verweigert, was bei Journalisten-Verbänden und in der Politik auf deutliche Kritik stieß.
Eskalation im Konflikt zwischen Verband und Medien
Der Konflikt zwischen der DESG und der ARD entwickelt sich damit zu einem grundsätzlichen Streit über die Grenzen der Sportberichterstattung. Während der Verband seine Reputation geschädigt sieht und rechtliche Schritte einleitet, beharrt die ARD auf ihrer journalistischen Arbeit und der Prüfung der eingegangenen Unterlagen.
Die Situation zeigt exemplarisch die Spannungen zwischen Sportverbänden und investigativen Medien, insbesondere im Umfeld großer Sportereignisse wie der Olympischen Winterspiele. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, nachdem beide Seiten nun ihre Positionen deutlich gemacht haben und die ARD die Unterlassungserklärung einer genauen Prüfung unterziehen wird.



