El Mala spürt Wagners Vertrauen: Kölns Trainer-Neuling ebnet Weg zur WM-Nominierung
Der Auftritt war eine deutliche Ansage: In der siebten Minute des Bundesliga-Spiels zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen schnappte sich Saïd El Mala (19) den Ball und verwandelte seinen ersten Profi-Elfmeter eiskalt zum 1:0. Es war bereits sein elfter Saisontreffer – und das mitten im heißen Abstiegskampf der Kölner. „Klar, da war schon Druck. Es war keine leichte Entscheidung zu schießen. Aber ich hatte Bock“, erklärte der junge Star nach dem Spiel.
Von der Bank zurück in die Startelf
Diese Entschlossenheit war in den vergangenen Wochen und Monaten nicht immer zu spüren. Unter Ex-Trainer Lukas Kwasniok (44) schien der Top-Talent zunehmend zu verkümmern. Zwischen Bank und Startelf fand er keine klare Rolle und verlor spürbar die Lust am Spiel – nur zwei Tore in zwölf Partien unterstreichen diese Phase. Die öffentliche Kritik Kwasnioks an El Malas Defensivarbeit verunsicherte den Spieler zusätzlich. Bezeichnend war, dass El Mala kurz nach der Entlassung des Trainers sogar ein Jubel-Video auf Instagram postete.
Neuer Cheftrainer René Wagner (37) hat dem Ausnahmespieler nun den Spaß am Fußball zurückgegeben. Im Saisonendspurt könnte er damit zum wichtigsten Helfer im Kampf um das schon verloren geglaubte WM-Ticket werden. Eine Last-Minute-Nominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) rückt wieder in greifbare Nähe.
Wagners klare Botschaft an El Mala
Wagner setzt von Beginn an voll auf das Kölner Juwel, das mit einem Marktwert von 35 Millionen Euro zu den wertvollsten Spielern des Vereins zählt. Bei seinem Amtsantritt sprach er El Mala sofort eine Startelf-Garantie aus, die es unter seinem Vorgänger nie gegeben hatte. „Saïd ist ein Unterschiedsspieler. Wir tun uns keinen Gefallen, ihn nicht in der Startelf zu haben“, machte Wagner unmissverständlich klar.
Diese Linie zieht der neue Köln-Chef konsequent durch. Trotz leichter Sprunggelenksprobleme und nur zwei Trainingseinheiten vor dem Werder-Spiel brachte er El Mala von Beginn an – und gab ihm damit genau jene Sicherheit, die unter Kwasniok so deutlich fehlte.
Vertrauen zahlt sich aus
„Ich spüre sein Vertrauen sehr. Das tut extrem gut. Ich habe einen offenen Austausch mit René, und die Unterstützung macht es einfach leichter“, beschreibt El Mala die neue Situation. Und er zahlt das entgegengebrachte Vertrauen direkt zurück: Mit drei Toren in den letzten vier Spielen zeigt er wieder seine Torjägerqualitäten. Gegen Bremen erzielte er seinen 11. Saisontreffer – erstmals per Elfmeter.
Auch seine oft kritisierte defensive Arbeit verbessert sich unter Wagner spürbar. Der junge Angreifer übernimmt mehr Verantwortung, zeigt Engagement nach hinten und entwickelt sich zum vollwertigen Teamplayer.
Nagelsmann wird aufmerksam
Diese Entwicklung wird auch Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht entgangen sein. Der Nationaltrainer hatte Anfang März deutlich gemacht, dass El Mala für eine WM-Teilnahme mehr Spielpraxis und defensive Stabilität zeigen müsse. Beide Forderungen erfüllt der 19-Jährige unter Wagner inzwischen überzeugend.
Die WM-Hoffnung ist bei El Mala damit endgültig zurückgekehrt: „Für Deutschland aufzulaufen ist eine der schönsten Sachen, die ich mir vorstellen kann. Wäre das nicht Ansporn, würde etwas falsch laufen“, betont der Köln-Star. Mit René Wagner an seiner Seite scheint nun der Weg frei für eine mögliche Überraschungsnominierung.



