In einem hitzigen Europa-League-Halbfinal-Hinspiel hat Aston Villa eine knappe 0:1-Niederlage bei Nottingham Forest hinnehmen müssen. Besonders eine Szene in der zweiten Halbzeit sorgte für große Aufregung auf Seiten der Gäste. Trainer Unai Emery zeigte sich nach dem Spiel völlig außer sich und übte scharfe Kritik am Videoassistenten (VAR).
Die umstrittene Szene
Auslöser war ein hartes Einsteigen von Forest-Mittelfeldspieler Elliot Anderson gegen Aston Villas Stürmer Ollie Watkins. Der Zweikampf fand nahe der Trainerbänke statt, Anderson ging robust zu Werke, traf Watkins und zog voll durch, wobei er den Knöchel des englischen Nationalstürmers erwischte. Watkins blieb verletzt am Boden liegen und hielt sich das Bein, während Schiedsrichter Joao Pinheiro das Spiel weiterlaufen ließ. Forest-Trainer Vítor Pereira forderte den Angreifer sogar auf, aufzustehen und weiterzumachen.
Emery: „Ein riesiger Fehler“
Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel platzte Emery der Kragen: „Es ist ein riesiger Fehler, ein riesiger Fehler. Ollie Watkins war nahe daran, sich den Knöchel zu brechen. Der VAR hat eine riesige Verantwortung und er muss uns eine Erklärung geben. Es ist verrückt!“, polterte der Spanier. Er betonte, dass der Schiedsrichter die Situation aus seiner Position heraus nicht richtig erkennen konnte: „Der Schiedsrichter kann es nicht so sehen wie ich.“ Umso wichtiger wäre aus seiner Sicht ein Eingreifen des VAR gewesen: „Eine Aktion wie diese kann seinen Knöchel brechen. Der VAR macht Sinn, wenn er fair ist.“
Grundsätzliche Unterstützung für den VAR
Emery unterstrich, dass er grundsätzlich hinter der Technik steht, sie aber seiner Meinung nach falsch angewendet wird. „Im Fußball arbeite ich seit 20 Jahren als Trainer, manchmal sind Entscheidungen eng. Ich bin zu 100 Prozent für den VAR, aber wir müssen ihn gut und auf die richtige Art und Weise managen“, forderte Emery. „Bei einer Aktion wie dieser gibt es keinen Zweifel. Wo ist der VAR?“ Die deutliche Kritik des Villa-Trainers zeigt, wie sehr die Szene ihn und sein Team beschäftigt. Das Rückspiel in Birmingham verspricht nun eine hochspannende Angelegenheit zu werden, bei der die Nerven wohl bis zum Ende blank liegen werden.



