ETSV Hamburg: Spektakuläre Meisterschaft nach Tragödie um Kapitän
ETSV Hamburg: Meisterschaft nach Tragödie

Mit diesem Triumph hat wohl niemand gerechnet. Der ETSV Hamburg hat Vereinsgeschichte geschrieben und erstmals den Meistertitel in der Oberliga Hamburg eingefahren. Dafür reichte ein 4:0-Erfolg beim HEBC. Dabei stand die Mannschaft noch im Winter am Abgrund, erschüttert von einem Schicksalsschlag, der ganz Deutschland berührt hatte. Jetzt feiern die Hamburger sensationell die Meisterschaft!

Schwere Rückschläge in der Saison

Der ETSV musste in dieser Saison gleich mehrere schwere Rückschläge verkraften. Kurz vor Weihnachten erschütterte der tragische Tod von Kapitän Sebastian Hertner († 34) den gesamten Verein. Das Ex-DFB-Juwel war im Skigebiet Savin Kuk im Norden von Montenegro vor den Augen seiner Frau vom Sessellift 70 Meter tief in den Tod gestürzt. Ein Schock. Hertner hinterließ im Verein eine große Lücke.

Emotionen nach dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff sanken einige ETSV-Akteure auf den Boden, versanken dort in den Gedanken. „Es ist eine Leere in einem, die man nicht beschreiben kann, wenn man den Kapitän verliert. Es ist einfach nur Wahnsinn. Mir kommen auch fast die Tränen, ich wünschte, er wäre dabei. Ich hoffe, er ist stolz auf uns“, gab Mittelfeldspieler Erolind Krasniqi einen Einblick in sein Gefühlsleben.

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Doch damit nicht genug: Wenig später zog sich auch noch der Hauptsponsor zurück. Die sportlichen und wirtschaftlichen Perspektiven verdüsterten sich schlagartig. An die Meisterschaft war damals nicht zu denken. Doch die Hamburger trotzten allen Widerständen und machten das Unmögliche wahr.

ETSV Hamburg gewinnt Oberliga-Meisterschaft

„Die Jungs sind einzigartig, haben eine unfassbare Mentalität und eine tolle Charakterstruktur von A bis Z. Sie haben alle Widerstände, und das waren über das Jahr hinweg einige, verarbeitet und weggesteckt“, erklärte Co-Trainer Hubertus Reinecke gegenüber „FussiFreunde“.

Auch Liga-Manager Jassi Huremovic war voller Lobes für die überragende Leistung dieser Mannschaft: „Diese Jungs sind der Star. Die Truppe ist einfach geisteskrank, wie die Spieler selbst immer sagen. Der Charakter, die Mentalität – all das ist wirklich brutal. Jeder von denen – ganz egal, ob er gespielt hat oder nicht – hat bis zum Ende durchgezogen, Gas gegeben. Und es gab Niederschläge ohne Ende. Das ist das Beste, was ich bisher in meinem Amateurfußballer-Leben erlebt habe!“

Und weiter: „Für mich persönlich ist das die geilste Meisterschaft, die ich je errungen habe. Aber nur, weil sich die Jungs für das, was sie geleistet haben, und für das, was sie durchgemacht haben, völlig verdient belohnt haben.“

Nach den schweren Schicksalsschlägen hat man beim ETSV Hamburg endlich wieder Grund zum Feiern …

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