Vom Leipzig-Flop zum Stammspieler: Ilaix Moribas Karrierewende in Spanien
Bei Barcelona galt er als eines der größten Talente Europas, doch bei RB Leipzig reichte es nicht für die Bundesliga. Nun hat Ilaix Moriba in seiner spanischen Heimat bei Celta Vigo doch noch sein sportliches Glück gefunden und sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft entwickelt.
Enttäuschende Jahre in Deutschland
Die Karriere von Ilaix Moriba schien bereits in jungen Jahren steil nach oben zu führen. Mit nur 17 Jahren debütierte der gebürtige Guineer, der auch die spanische Staatsbürgerschaft besitzt, in der Profimannschaft des FC Barcelona und erzielte in seinen ersten 14 Ligaspielen bereits ein Tor. Sein vielversprechendes Talent blieb auch in Deutschland nicht unbemerkt: RB Leipzig investierte schließlich 16 Millionen Euro, um den Youngster von Barcelona zu verpflichten.
Doch der teure Wechsel entwickelte sich zum kompletten Fehlschlag. Weder unter Trainer Jesse March noch unter Domenico Tedesco konnte sich Moriba bei den Sachsen durchsetzen. In drei Jahren bei den Roten Bullen bestritt der Mittelfeldspieler lediglich zwei Bundesligaspiele. Auch zwei Leihgeschäfte zurück nach Spanien – zum FC Valencia und FC Getafe – brachten keine Wende. Die Situation eskalierte schließlich, als der damalige RB-Sportdirektor Max Eberl klarstellte: „Wir wollen keinen Spieler, der nicht in Leipzig sein will.“ Unter Trainer Marco Rose war das Kapitel dann endgültig beendet.
Neubeginn bei Celta Vigo
Der dritte spanische Abstecher in der Karriere von Moriba hat nun endlich den gewünschten Erfolg gebracht. Seit 2024 steht der 23-Jährige im Kader von Celta Vigo, zunächst noch auf Leihbasis und als Ergänzungsspieler. In der aktuellen Saison hat der 1,85 Meter große Sechser jedoch den endgültigen Durchbruch geschafft und etabliert sich als Stammspieler.
In allen 28 Ligaspielen kam Moriba bisher zum Einsatz, davon 19-mal in der Startelf. Bei Celta Vigo ist das einstige Supertalent aus der berühmten Barca-Akademie „La Masia“ zu einem der wichtigsten Bausteine im System von Trainer Claudio Giraldez geworden. „Ich habe hier meinen Platz gefunden“, erklärte Moriba Ende Dezember gegenüber der spanischen Sportzeitung AS. Besonders die Rolle seines Trainers hob der Mittelfeldspieler hervor: „Er hat mir mental und im Hinblick auf mein Selbstvertrauen sehr geholfen.“
Rückblick und neue Perspektiven
Im Nachhinein bereut Moriba seinen Wechsel nach Leipzig deutlich: „Ich habe einen Fehler gemacht, als ich Barça verließ. Ich war sehr jung und stand unter großem Druck. Irgendwann dachte ich, alles wäre vorbei“, zitierte ihn seine Beraterfirma AS1 im vergangenen Jahr. Die schwierigen Jahre scheinen den Spieler jedoch gestärkt zu haben – heute wirkt Moriba stabiler, glücklicher und sportlich gefestigter.
Die aktuelle Saison bietet dem Mittelfeldspieler spannende Perspektiven:
- Mit Celta Vigo steht Moriba auf Platz sechs der La Liga Tabelle
- In der Europa League hat das Team nach einem 1:1 im Hinspiel gegen Olympique Lyon gute Chancen auf das Achtelfinale
- Nach anderthalb Jahren Abwesenheit kehrt Moriba in den Kader der guineischen Nationalmannschaft zurück
Das Rückspiel gegen Lyon am Donnerstag wird für Moriba eine weitere Schlüsselrolle bedeuten. Der Spieler blickt optimistisch voraus: „Diese Mannschaft ist in der Lage, sich zu behaupten, egal ob sie sich wohlfühlt oder nicht. Lyon wird uns auf dem Platz regelrecht vernichten müssen, um uns aus dem Wettbewerb zu werfen.“
Die bewusste Pause im Nationalteam, die Moriba nach seinem letzten Einsatz im September 2024 gegen Tansania einlegte, um sich voll auf seine Vereinsentwicklung zu konzentrieren, zahlt sich nun aus. Der ehemalige Leipzig-Flop hat nicht nur seinen Platz bei Celta Vigo gefunden, sondern steht auch sportlich vor den vielversprechendsten Perspektiven seiner bisherigen Karriere.



