Ex-Trainer Kiene verrät Erfolgsgeheimnisse: So rettete er Tabakovics Karriere
Ex-Trainer Kiene: So rettete er Tabakovics Karriere

Ex-Trainer Kiene verrät Erfolgsgeheimnisse: So rettete er Tabakovics Karriere

In seiner beeindruckenden Profikarriere hat Haris Tabakovic bereits unter 29 verschiedenen Trainern gespielt. „Meines Wissens habe ich tatsächlich noch keine Saison ohne Trainerwechsel erlebt. Ich habe gelernt, mich schnell zu adaptieren“, verriet Gladbachs Sturm-Lebensversicherung, der bereits 11 der 27 Liga-Tore für Borussia erzielte, in einem Interview. Doch kaum ein Lehrmeister hat den bosnischen Nationalspieler so nachhaltig geprägt wie Alexander Kiene – und das aus gutem Grund.

Die Karriere am Abgrund: Kreuzbandriss und Vertragsende

Im Jahr 2020 stand Haris Tabakovic mit 26 Jahren an einem kritischen Wendepunkt seiner Laufbahn. Beim ungarischen Klub Diósgyőri erlitt er einen schweren Kreuzbandriss, sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert. Obwohl er von einem Wechsel in eine stärkere Liga träumte, blieben attraktive Angebote aus. In dieser schwierigen Phase meldete sich Alexander Kiene, damals Cheftrainer von Austria Lustenau in der zweiten österreichischen Liga.

Kiene erinnert sich: „Wir haben genau dieses Profil von Mittelstürmer gesucht. Haris war aber zunächst skeptisch, weil es nur die zweite Liga war, die zudem noch durch eine sehr robuste Spielweise geprägt war. Es war sehr viel Überzeugungsarbeit notwendig. Aber er hatte fast ein Jahr lang keinen Fußball mehr gespielt und sich dann am Ende für uns entschieden.“

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Die drei Erfolgsgeheimnisse: Mentaltraining, Fitness und Spielphilosophie

Für den erfolgreichen Neustart waren laut Alexander Kiene drei entscheidende Faktoren verantwortlich:

  1. Mentaltraining: „Der mentale Bereich war Haris auch persönlich immer sehr wichtig. Wir haben sehr viele Einzelgespräche geführt, er hat sich sogar noch einen Bewusstseinstrainer dazugenommen. Nach der Verletzung ging es viel darum, besser mit Rückschlägen umzugehen. So konnte er auch die Führungsrolle einnehmen, die ich von ihm eingefordert habe.“
  2. Fitness: „Er musste wieder Vertrauen in seinen Körper entwickeln. Das haben wir auch durch Einzel-, Athletik- und Abschlusstraining noch einmal forciert.“
  3. Spielphilosophie: „Wir haben hoch verteidigt, hatten kurze Wege zum Tor und haben mit vielen Pässen und Flanken in die Box gearbeitet. So war es eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“

Von Lustenau zum Nationalteam: Eine beeindruckende Karriereentwicklung

Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: In 48 Pflichtspielen für Austria Lustenau erzielte Tabakovic 46 Tore und bereitete 11 weitere vor. Diese herausragende Bilanz wurde zum Karrierebeschleuniger. Über Stationen bei Austria Wien und Hertha BSC, wo er Torschützenkönig der 2. Bundesliga wurde, führte sein Weg zu Hoffenheim und schließlich als Leihspieler zu Borussia Mönchengladbach. Auch im bosnischen Nationalteam hat sich der Stürmer mit 8 Länderspielen und 3 Toren etabliert und kämpft weiter um die WM-Qualifikation.

Kiene betont: „Am Ende hat er all das erreicht, weil er ein Vollprofi ist, der wirklich für den Fußball lebt und sich auch nach dem Training zu Hause noch mit ihm auseinandergesetzt hat.“ Tabakovic liest privat Bücher über Unternehmertum, absolviert einen Sportmanagement-Lehrgang bei der FIFA und pflegt bis heute engen Kontakt zu seinem Ex-Coach.

Weitere Erfolgsgeschichten: Auch Deniz Undav profitierte von Kiene

Alexander Kiene hat nicht nur Haris Tabakovic geprägt. Nach dessen Ausmusterung in Bremen gelang Stuttgarts Nationalspieler Deniz Undav unter Kienes Anleitung bei Havelse im Alter von 19 Jahren der Durchbruch für seine anschließende Profikarriere. „Seine Qualitäten konnte man sofort erkennen. Aber er hatte seine Themen außerhalb des Platzes: Ernährung, Professionalität, Mindset. Wir haben ihm geholfen, Struktur in sein Training und seine Ausbildung zu bringen. Auch er hat einen tollen Weg gemacht“, so der erfahrene Trainer.

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Kiene trainierte in Deutschland unter anderem Kassel, Oldenburg und Havelse in der Regionalliga, förderte als Stützpunkttrainer des DFB Spieler wie Niclas Füllkrug und arbeitet aktuell als Experte in TV- und Talkformaten. Bei einem passenden Angebot möchte er wieder sportliche Verantwortung bei einem Verein übernehmen.