FA ermittelt gegen ManU-Mitbesitzer Ratcliffe nach umstrittenen Migrationsäußerungen
FA ermittelt gegen Ratcliffe nach Migrationsäußerungen

Ermittlungen des englischen Fußballverbands gegen Manchester-United-Mitbesitzer

Der englische Fußballverband (FA) hat Ermittlungen gegen Jim Ratcliffe, den Mitbesitzer von Manchester United, aufgenommen. Anlass sind umstrittene Äußerungen des Multimilliardärs zur Migration im Vereinigten Königreich, die er in einem Interview mit Sky News getätigt hat. Ratcliffe, der 73-jährige Vorstandschef des Chemiekonzerns Ineos, ruderte zwar später zurück und entschuldigte sich, doch die FA prüft nun, ob seine Aussagen gegen die Statuten verstoßen haben.

Kontroverse Aussagen und Widerlegung durch Statistiken

In dem Interview behauptete Ratcliffe, das Vereinigte Königreich sei von Einwanderern "kolonisiert" worden, und führte aus, dass keine funktionierende Wirtschaft möglich sei, wenn Millionen Menschen Sozialleistungen bezögen und eine große Zahl von Einwanderern ins Land komme. Er nannte dabei konkrete Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung, die jedoch von mehreren Medien mit Verweis auf offizielle Statistiken widerlegt wurden. Laut dem Amt für nationale Statistik betrug der Bevölkerungsanstieg zwischen 2020 und heute nur rund 2,7 Millionen Menschen, während Ratcliffe von zwölf Millionen sprach.

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Aussagen als "beleidigend und falsch" und forderte Ratcliffe zur Entschuldigung auf. Dieser kam der Forderung nach und erklärte, es tue ihm leid, dass seine Wortwahl einige Menschen im Vereinigten Königreich und in Europa vor den Kopf gestoßen und Besorgnis ausgelöst habe.

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Scharfe Kritik von Fanorganisationen und Politikern

Verschiedene Fanclubs von Manchester United übten deutliche Kritik an Ratcliffes Äußerungen. Der Manchester United Supporters Trust betonte, dass Kommentare aus der Führungsebene des Vereins Inklusion erleichtern und nicht erschweren sollten. Der Manchester United Muslim Supporters Club wies darauf hin, dass Ratcliffe eine Wortwahl verwende, "die häufig in rechtsextremen Narrativen verwendet wird".

Auch Politiker meldeten sich zu Wort:

  • Andy Burnham, Bürgermeister von Manchester, erklärte, Ratcliffes ursprüngliche Äußerungen widersprächen allem, wofür Manchester traditionell stehe – einem Ort, an dem Menschen aller Hautfarben und Glaubensrichtungen über Jahrhunderte hinweg zusammengehalten haben.
  • Der Labour-Abgeordnete Jake Richards kritisierte, es sei beleidigend, dass Ratcliffe, der nach Monaco gezogen sei, um Steuern zu sparen, nun Vorträge über Einwanderung halte.

Die Ermittlungen der FA könnten zu disziplinarischen Konsequenzen führen, falls ein Verstoß gegen die Statuten festgestellt wird. Dieser Fall unterstreicht die wachsende Sensibilität für Themen wie Migration und Inklusion im Profifußball und die Verantwortung von Vereinseigentümern, sich angemessen zu äußern.

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