Fábio Vieira: Der Mann für die besonderen Momente beim HSV
Seine Ballbehandlung und sein starker linker Fuß lassen beim Hamburger SV Erinnerungen an die Vereinsikone Rafael van der Vaart aufleben. Fábio Vieira, der aktuelle Leihspieler des HSV, entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Faktor im Spiel des Aufsteigers. Mit seiner einzigartigen Spielweise und bemerkenswerten Effektivität sorgt der Portugiese für Furore in der Bundesliga.
Technische Brillanz und Torgefahr
In den vergangenen fünf Spielen gelangen dem 25-Jährigen drei Tore und eine Vorlage. Mit insgesamt acht Torbeteiligungen – vier Tore und vier Vorlagen – ist Vieira aktuell der Topscorer der Mannschaft. „Fábio ist ein Spieler, der ganz, ganz viele Qualitäten hat, die uns als HSV und Mannschaft helfen“, betonte Merlin Polzin gegenüber SPORT1. „Unsere Aufgabe ist es, ihn bestmöglich einzusetzen. Und er hat den Auftrag, sich in die Räume zu bringen, wo er mit dem Ball Dinge kreiert.“
Besonders beeindruckend war seine Leistung beim zwischenzeitlichen 1:0 gegen RB Leipzig. Vieira fing einen Fehlpass in der eigenen Hälfte ab, leitete mit einem tiefen Pass auf Ransford Königsdörffer einen schnellen Angriff ein und eilte selbst nach vorne. Nach einem Rückpass von William Mikelbrencis traf der Portugiese eiskalt.
Vergleiche mit van der Vaart
Die technischen Fähigkeiten von Vieira und sein starker linker Fuß wecken in Hamburg Assoziationen zur erfolgreichen Ära von Rafael van der Vaart. Der Niederländer kam 2005 im Alter von 22 Jahren zum HSV und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Norddeutschen zeitweise um die Deutsche Meisterschaft mitspielten. Kapitän Yussuf Poulsen schwärmte im Hamburger Abendblatt: „Ich habe noch nie mit jemandem wie ihm zusammengespielt. Sein Flow mit dem Ball ist ganz anders als das, was ich vorher kannte. Fábio ist in gewisser Weise einzigartig.“
Diese Aussage ist besonders bemerkenswert, da Poulsen in Leipzig mit Ausnahmespielern wie Xavi Simons, Dani Olmo oder Christopher Nkunku zusammenspielte.
Wechselhafte Karriere und Anpassungsschwierigkeiten
Vieira war bereits bei einem europäischen Topverein aktiv. Im Sommer 2022 wechselte er für eine Ablöse von 35 Millionen Euro vom FC Porto zum FC Arsenal nach London. Dort absolvierte er 49 Pflichtspiele, bevor eine Leistenoperation im Dezember 2023 seinen Rhythmus unterbrach. Eine Ausleihe zurück zum FC Porto folgte, wo er bei der Klub-WM sogar sein Jugendidol Lionel Messi tunnelte.
Doch der Start in der Bundesliga verlief holprig. Bei seinem dritten Einsatz kassierte er eine Rote Karte bei Union Berlin, und im übernächsten Spiel in Köln folgte die Gelb-Rote Karte. Zwei Platzverweise in den ersten fünf Einsätzen stellen einen ungewollten Bundesliga-Rekord dar. Vieira selbst räumte Anpassungsprobleme ein: „Neue Sprache, neue Liga, neue Mannschaft, neue Stadt, neues Land – da ist es normal, dass der Start ein wenig holprig ist.“
Ungewisse Zukunft beim HSV
Die Leihe von Fábio Vieira endet nach der aktuellen Saison. Sein Vertrag beim FC Arsenal läuft noch bis zum Sommer 2027. Der HSV hat eine Kaufoption in Höhe von etwa 20 Millionen Euro, was Vieira zum teuersten Spieler der Vereinsgeschichte machen würde. Sportdirektor Claus Costa bezeichnete den Portugiesen im SPORT1 Doppelpass als „außergewöhnlichen Fußballer“, gab aber zu bedenken: „Dass wir im Sommer 20 Millionen für einen Spieler zahlen, ist sehr unwahrscheinlich.“
Für eine dauerhafte Verpflichtung bräuchte es ein „klares Commitment“ von Vieira selbst, um mit Arsenal über die Ablöse verhandeln zu können. Bis dahin bleibt der kreative Portugiese der Mann für besondere Momente beim Hamburger SV – auch im anstehenden Nachholspiel gegen Bayer Leverkusen.



