FC Bayern: Harte Verhandlungen mit Upamecano - Experten kritisieren Berater-Einfluss
FC Bayern: Harte Verhandlungen mit Upamecano

FC Bayern bleibt in Upamecano-Verhandlungen hart

Die noch immer nicht abgeschlossene Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano beim FC Bayern München sorgt weiterhin für intensive Diskussionen in der Fußballwelt. Im SPORT1 Doppelpass wurde das Thema ausführlich behandelt, wobei Experten sowohl den Verein als auch die Rolle der Spielerberater kritisch beleuchteten.

Reschke: "Upamecano hat nicht nur an der Sonne gespielt"

Michael Reschke, ehemaliger Technischer Direktor des FC Bayern, äußerte sich deutlich zu der Situation: "Upamecano hat nicht nur an der Sonne gespielt. Der hat auch eine extrem hohe Fehlerquote gehabt eine Zeit lang. Der Verein hat sich immer vor ihn gestellt." Der Experte betonte, dass der Verteidiger bereits einen exzellenten Vertrag habe und nun in der Pflicht stehe, dem Verein etwas zurückzugeben.

Reschke fügte hinzu: "Das Angebot der Bayern, da habe ich ein paar Hintergrundinformationen, ist top. Da hat er für die nächsten drei, vier Generationen ausgesorgt. Wenn er sich nicht in jeder europäischen Metropole ein Haus kauft mit Hubschrauber-Landeplatz auf seiner Yacht. Das ist ja absurd."

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Effenberg vermisst Dankbarkeit

SPORT1-Experte Stefan Effenberg zeigte sich enttäuscht über den Verlauf der Verhandlungen: "Es ist traurig, dass es nicht so funktioniert hat, wie bei Serge Gnabry, der auf Geld verzichtet hat. Es geht auch so. Da sehe ich die Dankbarkeit und die Verbundenheit, auf Geld zu verzichten und den Vertrag relativ geräuschlos zu unterzeichnen."

Effenberg machte vor allem die Berater für die schwierige Situation verantwortlich: "Das sind die Berater, die das Spiel auf den Schultern des Spielers schreiben. Aber der FC Bayern muss eine Frist setzen, er muss ja auch planen. Es spielt beim Berater keine Rolle, ob sich der Spieler wohl fühlt. Das ist das Traurige im Geschäft und bei den Beratern."

Freund: "Ziellinie ist in Sichtweite"

Sportdirektor Christoph Freund gab vor dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim bei DAZN einen vorsichtig optimistischen Ausblick: "Die Ziellinie ist in Sichtweite, aber noch nicht überschritten. Es gab einige Gespräche, aber wir sind jetzt sehr positiv gestimmt."

Zu den verbleibenden Hindernissen erklärte Freund: "Es hakt nicht mehr am Geld oder Klauseln. Es gibt noch letzte Details in den Verträgen zu klären und da gibt es am Ende des Tages immer einige Schritte zu gehen. Da hoffen wir, dass wir sie in den nächsten Tagen oder in den nächsten zehn Tagen gehen."

Ballack vermutet Handgeld-Problematik

TV-Experte Michael Ballack äußerte eine konkrete Vermutung zu den Verzögerungen: "Ich weiß aus Erfahrung, dass es bei den Bayern eigentlich relativ schnell geht. Ich denke, es geht vielleicht darum: Wie wird das Geld bezahlt, also in welchen Stufen?"

Ballack bezog sich dabei auf das Handgeld, welches Upamecano und sein Berater erhalten sollen: "Es ist ja auch in der Öffentlichkeit kolportiert worden, dass es um ein sehr großes Handgeld geht. Da ist die Frage: Wie wird das aufgeteilt?" Der ehemalige Nationalspieler befürwortete das Vorgehen des FC Bayern: "Das ist richtig vom FC Bayern, dass man da hart bleibt."

Marktwert deutlich höher als Bayern-Angebot

Michael Reschke wies auf einen wichtigen wirtschaftlichen Aspekt hin: "Man muss einfach den Sachverhalt in den Vordergrund stellen. Wenn man die Qualität von Upamecano auf dem Markt kaufen müsste, dann wirst du deutlich über dem liegen, was der FC Bayern jetzt für Upamecano zahlt."

Der Vertrag des französischen Nationalspielers läuft am Ende der aktuellen Saison aus. Der FC Bayern hatte zuletzt in den Verhandlungen bereits gedroht, das Angebot für Upamecano zurückzuziehen, bevor der Verteidiger sich offenbar doch für eine Unterschrift entschied.

Die Verhandlungen zeigen exemplarisch die komplexen Machtverhältnisse im modernen Profifußball, bei denen Spielerberater zunehmend Einfluss auf Vertragsgestaltungen nehmen und Vereine sich gezwungen sehen, klare Grenzen zu setzen.

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