FC Bayern verärgert über Vorwürfe nach Münchner Oberbürgermeister-Wahl
FC Bayern ärgert sich über Vorwürfe nach OB-Wahl

FC Bayern verärgert über politische Zuschreibungen nach Münchner Wahl

Plötzlich ist die Münchner Kommunalpolitik ein zentrales Thema rund um den FC Bayern. Dass die bayerische Landeshauptstadt mit Dominik Krause von den Grünen einen neuen Oberbürgermeister erhält, wird in einigen Analysen auch dem Engagement des Rekordmeisters zugeschrieben. Diese Interpretation stößt an der Säbener Straße auf deutlichen Widerstand und sorgt für erhebliche Verärgerung.

Politischer Wechsel in München

Am vergangenen Sonntag erlebte München einen politischen Paukenschlag: Dieter Reiter von der SPD wurde in der Stichwahl abgewählt und durch Dominik Krause von den Grünen ersetzt. Normalerweise stellt das Münchner Rathaus kein Kernthema für den FC Bayern dar – bisher arbeitete der Verein mit jedem Amtsinhaber mehr oder weniger konstruktiv zusammen, wobei beide Seiten stets den gegenseitigen Nutzen anerkannten.

Die Zuschreibung von Reiters Wahlniederlage auf sein umstrittenes Engagement beim Rekordmeister durch politische Analysten wird an der Säbener Straße jedoch entschieden zurückgewiesen. Intern vertritt man die klare Position, dass Reiter einfach einen schlechten Wahlkampf geführt habe und der Fall keineswegs als „Fall FCB“ zu betrachten sei.

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Die Hintergründe des Konflikts

Zur Erinnerung: Der derzeit wegen eines verschleppten Infekts krankgeschriebene Noch-Oberbürgermeister – laut Münchner tz handelt es sich um eine Herzmuskelentzündung – hatte jahrelang als Verwaltungsbeirat des Vereins Aufwandsentschädigungen in Höhe von insgesamt rund 90.000 Euro erhalten. Obwohl dies ein üblicher Vorgang ohne Anzeichen von Vetternwirtschaft war, hatte Reiter sich den Erhalt dieser Zahlungen nicht vom Stadtrat genehmigen lassen.

Die Regierung von Oberbayern prüft deshalb aktuell ein Disziplinarverfahren. Bereits vor der Wahl hatten Experten gegenüber der Süddeutschen Zeitung Konsequenzen für unausweichlich gehalten. Hinter den Kulissen des FC Bayern betrachtet man diese Analyse jedoch als überzogen und weist jede Mitverantwortung für den Wahlausgang entschieden zurück.

Auswirkungen auf den FC Bayern

Viel bedeutsamer als die politischen Zuschreibungen sind die konkreten Auswirkungen des Führungswechsels im Rathaus auf die Zukunft des FC Bayern. Der neue Oberbürgermeister Dominik Krause ist bekennender Fan des TSV 1860 und besucht regelmäßig deren Heimpartien. Auf Instagram folgt er seinem Lieblingsverein, nicht aber dem Rekordmeister – eine Petitesse, die aufmerksamen Beobachtern dennoch auffällt.

Positiv für die Bayern: Ihr 100-Millionen-Plan zum Umbau des Trainingsgeländes ist bereits beschlossen und wird voraussichtlich auch unter der neuen Stadtführung nicht in Frage gestellt. Ebenso dürfte der Klub bei Titelgewinnen weiterhin auf den Rathausbalkon eingeladen werden. Interessanterweise sprach sich Krause im Mai 2025 sogar explizit gegen den Vorschlag der Linken-Fraktion aus, der Klub möge seine Feierlichkeiten künftig selbst bezahlen – obwohl die Feiern auf dem Marienplatz die Stadt jedes Mal etwa eine halbe Million Euro kosten.

Suche nach neuem Verwaltungsbeirat

Für die Strategen des FC Bayern sind diese Aspekte jedoch eher Nebeneffekte. Von zentraler Bedeutung ist aktuell die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den Vorsitz des Verwaltungsbeirats, den bisher Dieter Reiter innehatte. Dieses Amt ist besonders wichtig, da der Vorsitzende als sogenanntes „geborenes Mitglied“ automatisch einen Platz im mächtigen Aufsichtsrat der Fußball-AG erhält – jenem Gremium, in dem unter der Führung von Herbert Hainer die großen strategischen Entscheidungen getroffen werden.

Nach aktuellem Stand würde die stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsbeirats, Alexandra Schörghuber, die entsprechenden Aufgaben zunächst übernehmen. Ob sie den Posten jedoch offiziell und dauerhaft besetzen wird, steht noch nicht fest. Die Kommunalpolitik betrifft den Verein damit deutlich stärker als in normalen Zeiten üblich.

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Die grundsätzliche Berechtigung der Bayern-Position zeigt sich darin, dass im bayerischen Kommunalwahlkampf mehrere traditionelle Bastionen fielen, die zuvor jahrzehntelang in der Hand einer Partei lagen. Die Wählerinnen und Wähler im Freistaat zeigten offenkundig eine grundsätzliche Lust am politischen Wechsel, was die Einordnung der Reiter-Abwahl als Einzelfall zusätzlich stützt.