Der FC Bayern München flirtet erneut intensiv mit einer Rückkehr von Thomas Müller. Die Vereinslegende soll nach seinem Abschied vor knapp einem Jahr wieder an die Säbener Straße kommen. Doch hinter dieser Idee steckt kein Automatismus, wie die unterschiedlichen Aussagen aus der Führungsetage zeigen.
Eberl sieht Müller-Rückkehr als sicher
Sportvorstand Max Eberl sorgte am Wochenende im ZDF für Aufsehen: „Über Thomas Müller und Bayern München braucht man nicht reden. Das ist eine einzigartige Geschichte. Thomas wird immer eine Ikone des FC Bayern bleiben und auch irgendwann wieder zurückkommen.“ Diese Aussage klingt nach einer Selbstverständlichkeit, doch sie lässt zwei entscheidende Punkte außer Acht.
Erstens ist von Müller selbst noch nicht bekannt, ob er sich tatsächlich eine Rückkehr vorstellen kann. Der 36-Jährige spielt derzeit noch professionell Fußball in der Major League Soccer (MLS). Zweitens äußert sich Aufsichtsrat Karl-Heinz Rummenigge zurückhaltender zu einer möglichen Rückkehr der Vereinsikone.
Rummenigge bremst die Erwartungen
Rummenigge erklärte gegenüber t-online: „Ich gehe davon aus, dass er ein sehr reicher Mann ist, der diesen Job nicht unbedingt braucht, damit es ihm in der Zukunft noch wirtschaftlich gut geht.“ Der Ex-CEO betont immer wieder, dass Müllers Generation durch den sportlichen Erfolg und die damit verbundenen Einkommen möglicherweise andere Lebensvorstellungen habe.
Bereits im vergangenen Herbst hatte Rummenigge im SPORT1-Interview gesagt: „Ich könnte mir vorstellen, dass wenn er zurückkommt und noch diese Lust hat, eine Führungsposition anzutreten, wäre das ein großer Gewinn für den FC Bayern.“ Heute klingt das anders: „Was seine Zukunft betrifft, muss er sich darüber im Klaren sein, was er will. Es nützt nichts, ihn jetzt mit der Karotte zu locken.“ Ein Job beim FC Bayern sei „unglaublich anspruchsvoll“.
Warnende Beispiele aus der Vergangenheit
Rummenigge warnt zudem vor den hohen Anforderungen: „Diesen Job kann nur machen, wer bereit ist, 24/7 zu arbeiten.“ Zwei prominente Beispiele zeigen, dass nicht jeder diesen Ansprüchen genügte: Ex-CEO Oliver Kahn wurde ein eher lockeres Verhältnis zu festen Arbeitszeiten nachgesagt, und Bastian Schweinsteiger wollte laut Klub-Patron Uli Hoeneß nur an zwei Tagen pro Woche erscheinen.
Angesichts dieser Indizien ist eine sichere Rückkehr von Thomas Müller keineswegs garantiert. Es braucht offenbar noch viel Zeit und Klärung, bevor die Legende tatsächlich wieder „dahoam“ sein kann.



