FC Le Mans kehrt nach 16 Jahren in die Ligue 1 zurück
FC Le Mans: 16 Jahre Warten haben ein Ende

Der FC Le Mans kehrt nach 16 Jahren Abstinenz in die Ligue 1 zurück. Der Verein, der zwischenzeitlich bis in den Amateurbereich abgestürzt war, wird nun von prominenten Sportlern unterstützt. Eine wilde Achterbahnfahrt erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt.

Der Weg zurück ins Oberhaus

Als der FC Le Mans im Sommer 2005 den Aufstieg in die Ligue 1 perfekt machte, war ein neues Stadion notwendig, da das alte über 100 Jahre alt war und den Anforderungen nicht mehr genügte. Sechs Jahre später wurde die neue Heimat für 25.000 Zuschauer eröffnet. Doch Le Mans war zu diesem Zeitpunkt bereits wieder abgestiegen. Weitere 15 Jahre mit vielen Höhen und Tiefen vergingen, bis im Nordwesten Frankreichs endlich wieder erstklassiger Fußball gespielt wird.

Die Rückkehr in die Ligue 1 ist nun perfekt. Nach dem Abbruch des Auswärtsspiels beim SC Bastia, als Fans der Gastgeber beim Stand von 2:0 für Le Mans Pyrotechnik und Rauchbomben auf das Spielfeld warfen, musste Le Mans auf eine Entscheidung am Grünen Tisch warten. Das Urteil lautete 2:0 für Le Mans – und damit Aufstieg. Das Team von Trainer Patrick Videira belegt letztlich den zweiten Platz.

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Prominente Investoren an Bord

Die Spieler jubelten und feierten bereits ausgiebig. Es war der zweite Aufstieg in Serie. Nach der Rückkehr in die Ligue 2 im vergangenen Sommer stieg der brasilianische Investor OutField beim französischen Klub ein – und brachte prominente Anteilseigner mit: die ehemaligen Formel-1-Piloten Kevin Magnussen und Felipe Massa sowie Tennis-Legende Novak Djokovic. „Wir wollten wirklich hochkarätige Persönlichkeiten gewinnen, die uns helfen könnten, das Projekt aus Sicht des Brandings voranzubringen“, erklärte OutField-Mitbegründer Pedro Oliveira damals bei BBC Sport.

Im Februar dieses Jahres schloss sich mit Real-Madrid-Torwart Thibaut Courtois ein weiterer prominenter Name an. Über seine Investmentfirma Nxtplay erwarb der 33-Jährige Anteile am Verein. Nach dem Sieg gegen Bastia riefen die Spieler den Belgier per FaceTime an und feierten gemeinsam mit ihm. „Ohne Partnerschaften mit Investoren gehen wir unter“, sagte Vereinspräsident Thierry Gomez nach Bekanntgabe des Courtois-Investments gegenüber L’Équipe.

Eine wilde Achterbahnfahrt

Gomez, seit 2016 im Amt, ist eine zentrale Figur der Erfolgsgeschichte. Denn vor seinem Engagement schien der Klub in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Nach dem Abstieg aus der Ligue 1 2010 geriet der Verein immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten und war hoch verschuldet. Diese Probleme gipfelten im Sommer 2013: Aufgrund hoher Verschuldungen musste der mittlerweile FC Le Mans heißende Klub bis in die sechste Liga zwangsabsteigen – in die höchste Amateurklasse.

Es folgte der direkte Wiederaufstieg. Unter Cheftrainer Richard Déziré gelangen von der Saison 2016/17 bis 2018/19 drei Aufstiege in Folge – Le Mans war zurück in Liga 2. Doch die Freude hielt nicht lange, es folgte der direkte Abstieg. Innerhalb von fünf Jahren spielte der Klub in fünf verschiedenen Ligen. Nach soliden Ergebnissen in den folgenden Jahren gelang in der vergangenen Saison die Rückkehr in die zweithöchste Klasse, auf die nun die Krönung folgte.

„Das ist natürlich eine Genugtuung: Es ist ein Aufstieg in zehn Jahren von der N3 (5. Liga) in die Ligue 1. Für die Region ist das außergewöhnlich“, bilanzierte Gomez am Wochenende. „Letzte Saison war ich etwas weit vom Aufstieg entfernt, da ich das ganze Jahr über wegen eines Bandscheibenvorfalls verletzt war. Jetzt genieße ich es in vollen Zügen“, freute sich Linksaußen Erwan Colas.

Jugendarbeit als Kern des Projekts

Mit Hilfe der Investoren soll in Le Mans ein langfristiges Projekt entstehen, das den Verein in den kommenden Jahren in der Ligue 1 etablieren soll. Eine zentrale Rolle spielt die Jugendarbeit. 2013, als die finanziellen Probleme am größten waren, machte der Klub sein Nachwuchsleistungszentrum dicht. Im Juli soll es wieder öffnen. Die Spielerentwicklung soll „Teil der DNA des Vereins“ werden und sei „ein hervorragendes Instrument“, begründete Gomez.

„Einen Kylian Mbappé mit 24 oder 25 zu haben, ist nicht möglich, aber den Mbappé von morgen mit 14, 15 oder 16 in Le Mans zu haben, ist es. Deshalb ist es für uns so wichtig“, ergänzte Gomez. Einst unterschrieb ein gewisser Didier Drogba bei Le Mans seinen ersten Profivertrag.

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OutField-Mitbegründer Oliveira fügte hinzu: „Unser Ziel in sieben Jahren ist es, uns in der Ligue 1 zu etablieren und zu den zehn besten Akademien in Frankreich zu gehören.“ Vor Le Mans übernahm OutField den brasilianischen Klub Coritiba und führte ihn in die erste Liga zurück. Gemeinsam besteht nun ein Multi-Club-Ownership-Modell. Oliveira betonte jedoch: „Wir bei OutField sehen uns nicht gerne als traditionelle MCO-Struktur“. Wie die City-Group oder Red Bull wolle man „nicht sein. Deshalb etablieren wir dieses horizontale Modell“. Weitere Vereine wolle man aktuell nicht übernehmen.

Eine finanzielle Not führte übrigens nicht zum Einstieg. „Es bestand keine Dringlichkeit, wir brauchten keine Hilfe“, erklärte Gomez. Vielmehr wolle man als Verein wachsen und sich langfristig ein Projekt aufbauen. Dieses hat mit dem Aufstieg seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Und nach mehr als 20 Jahren Planung wird im Stade Marie-Marvingt endlich erstklassiger Fußball zu sehen sein.