FIFA plant neue Zeitspiel-Regel: Verletzte Spieler müssen eine Minute warten
FIFA plant neue Zeitspiel-Regel: Eine Minute Wartezeit

FIFA und IFAB planen drastische Maßnahmen gegen Zeitspiel

Die FIFA und das International Football Association Board (IFAB) setzen offenbar einen neuen Kurs im Kampf gegen das Zeitspiel im Weltfußball. Wie verschiedene Medien berichten, könnten bereits in Kürze bedeutende Regeländerungen offiziell beschlossen werden. Diese sollen das Spiel für die Zuschauer attraktiver gestalten und den tatsächlichen Ballbesitz erhöhen.

Eine Minute Wartezeit nach Verletzungen

Eine der zentralen Neuerungen betrifft die Behandlung von verletzten Spielern auf dem Feld. Künftig sollen Athleten, die sich einer medizinischen Versorgung unterziehen, für mindestens eine Minute vom Platz genommen werden, bevor sie wieder ins Spielgeschehen eingreifen dürfen. Bislang konnten die einzelnen Ligen diese Vorschriften noch selbstständig festlegen.

Die geplante Regelung wurde bereits im Dezember beim Arabien-Pokal getestet, wo sogar eine Wartezeit von zwei Minuten galt. Die nun diskutierte Verkürzung auf eine Minute ist laut BBC eine Reaktion auf kritische Stimmen, die negative Auswirkungen befürchten.

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Kritik und geplante Ausnahmen

Die geplante Maßnahme stößt nicht nur auf Zustimmung. Kritiker verweisen auf mögliche Nachteile für tatsächlich verletzte Spieler. Ein Beispiel aus der vergangenen Saison illustriert die Problematik: Bei Manchester United musste Matthijs de Ligt trotz einer offensichtlichen Platzwunde das Feld verlassen, woraufhin das Team in Unterzahl ein Gegentor kassierte.

Die IFAB plant jedoch Ausnahmen, um solche Härten zu vermeiden. So sollen Spieler das Feld nicht verlassen müssen, wenn der Gegner eine Gelbe oder Rote Karte erhält. Zudem sind Torhüter und Elfmeterschützen von der Regelung ausgenommen. Diese Differenzierungen sollen verhindern, dass taktisches Zeitspiel echte Verletzungen überproportional bestraft.

Weitere Regelanpassungen im Visier

Neben der Wartezeitregelung erwägt die IFAB weitere Änderungen. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Acht-Sekunden-Regel für Torhüter könnten zeitliche Begrenzungen künftig auch für Abstöße und Einwürfe gelten. Bei Auswechslungen soll ein Zeitfenster von zehn Sekunden eingeführt werden, innerhalb dessen der ausgewechselte Spieler den Platz verlassen muss.

Bei Nichteinhaltung müsste das Team mindestens 60 Sekunden in Unterzahl weiterspielen. Zudem soll der Video-Assistenten-Schiedsrichter (VAR) erweiterte Befugnisse erhalten, beispielsweise bei der Überprüfung von zweiten Gelben Karten oder als optionale Wettbewerbsregel auch bei Eckbällen.

Mögliche Einführung zur WM 2026

Einige dieser Regeländerungen könnten bereits bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada zur Anwendung kommen. Die endgültigen Beschlüsse werden voraussichtlich auf der anstehenden Jahreshauptversammlung der IFAB gefasst. Diese Entwicklungen markieren einen signifikanten Schritt zur Beschleunigung des Spiels und zur Reduzierung von Unterbrechungen.

Die Diskussionen zeigen, dass der internationale Fußballverband entschlossen ist, das Spielerlebnis für Fans nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig faire Wettbewerbsbedingungen zu wahren. Die geplanten Maßnahmen werden die Dynamik des Sports deutlich verändern und könnten langfristig zu einem flüssigeren Spielverlauf führen.

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