Frank Schmidt: Heidenheims Urgestein mit unklarer Zukunft
Der Rekordtrainer des 1. FC Heidenheim, Frank Schmidt, zeigt sich aktuell äußerst zurückhaltend, wenn es um seine persönliche Zukunft bei dem Fußball-Bundesligisten geht. In einem exklusiven Interview mit der Augsburger Allgemeinen machte der 52-Jährige deutlich, dass er momentan "keine Aussagen" zu diesem Thema treffen möchte. Sein Vertrag bei dem Verein aus der Ostalb läuft noch bis zum Jahr 2027, doch Schmidt betonte nachdrücklich, dass er nicht einfach aus Gewohnheit oder Pflichtgefühl auf der Trainerbank sitzen wolle.
Überzeugung statt Selbstzweck
"Ich bin ja beim FCH nicht Trainer aus Selbstzweck. Ich möchte Trainer aus Überzeugung sein", erklärte Schmidt mit charakteristischer Offenheit. Er fügte hinzu, dass er im Falle des Gefühls, dem Team nicht mehr helfen zu können, ehrlich zu sich selbst sein müsse. Diese Aussage unterstreicht die tiefe Verbundenheit und den prinzipientreuen Ansatz des langjährigen Coaches, der bereits seit September 2007 die Geschicke des Vereins lenkt und damit als absoluter Rekordhalter im deutschen Profifußball gilt.
Fokus auf den sportlichen Kampf
Vor dem entscheidenden Kellerduell am Sonntag beim FC Augsburg richtet Schmidt seinen Blick vollständig auf die sportlichen Herausforderungen. "Wir wollen in dieser Saison die Widerstände überwinden", betonte er und verwies auf die prekäre Tabellensituation. Heidenheim befindet sich derzeit auf dem letzten Platz der Bundesliga und hat bereits sechs Punkte Rückstand auf den rettenden 16. Rang. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage spürt Schmidt nach eigenen Angaben das uneingeschränkte Vertrauen der Vereinsführung.
"Ich spüre das Vertrauen. Ich bin voll auf dem Gaspedal und freue mich auf die 13, hoffentlich 15 Spiele, die da kommen", so der erfahrene Trainer, der die verbleibende Saison mit voller Energie angehen will.
Erinnerungen an vergangene Kämpfe
Schmidt erinnerte sich auch an die dramatische Vorsaison, in der sich Heidenheim erst in der Relegation gegen Elversberg den Klassenerhalt sicherte. "Ich war damals mausekaputt, man hat es mir auch angesehen, denke ich. Es war eine irre Belastung, nach so einer Saison in die Verlängerung mit der Relegation zu gehen", gestand der Coach. Dennoch wünscht er sich genau dieses Szenario für den kommenden Sommer zurück – die Chance, den Verein erneut zu retten.
Seine Regenerationsfähigkeit betonte Schmidt dabei nachdrücklich: "Ich kann mich schnell regenerieren. Ich kann mich mit Energie druckbetanken, in zwei Tagen alles hinter mir lassen." Diese mentale Stärke könnte in den kommenden Wochen und Monaten entscheidend sein, wenn es darum geht, den abstiegsbedrohten Verein doch noch aus der Krise zu führen.



