Bürgermeister spricht von Nötigung: Erfurter Fußball-Fans drohen Jenaer Stadtspitze
Fußball-Fans drohen Bürgermeister: Stadt spricht von Nötigung

Konflikt um Gästekontingent eskaliert: Bürgermeister sieht versuchte Nötigung

Während das Pokal-Derby zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt noch relativ geräuschlos verlief, droht nun die nächste Auseinandersetzung um ein Thüringen-Duell vollständig zu eskalieren. Die Fans von Rot-Weiß Erfurt haben der Stadt Jena und ihrem Bürgermeister Benjamin Koppe offene Drohungen ausgesprochen.

Reduziertes Kontingent sorgt für Wut in der Fanszene

Am 16. Mai 2026 treffen die Erfurter im letzten Ligaspiel der Saison im Ernst-Abbe-Sportfeld auf ihren Erzrivalen Carl Zeiss Jena – bereits das dritte Derby in dieser Spielzeit. Doch die Stadt Jena hat das Kontingent für Gästekarten deutlich reduziert: Nur 800 Erfurter Fans dürfen in die ad hoc Arena, was in der Fanszene für massive Empörung sorgt.

Die Forderungen der RWE-Anhänger sind klar: 1600 Tickets sowie ein geöffneter Sitzplatzbereich. In einem offenen Brief an Bürgermeister und Sicherheits-Dezernent Koppe heißt es unmissverständlich: „Sollten unsere Forderungen unbeachtet bleiben, werden wir unbequeme Wege für die Ordnungs- und Sicherheitsbehörden der Stadt Jena gehen.“

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Transparente und Drohungen im Stadion

Auch im Stadion wurde die Botschaft deutlich gemacht: Beim Spiel gegen Babelsberg (4:2) entrollte die Steigerwaldkurve ein Transparent mit der provokanten Botschaft: „Stadt Jena: Volles Gästekontingent – oder der Kessel brennt.“ Eine unverhohlene Drohung, die die angespannte Situation weiter anheizt.

BILD erreichte Benjamin Koppe während seines Urlaubs, und der Bürgermeister stellte klar: „Die Begrenzung des Gästekontingents bei sogenannten Risikospielen ist Teil der geltenden Auflagen für die laufende Saison und gilt auch für das Thüringen-Derby am 16. Mai 2026. Sie dient der Gefahrenabwehr und beruht auf fachlichen Einschätzungen, die gemeinsam von Polizei, Ordnungsbehörde, dem FC Carl Zeiss Jena und der Spielbetriebs GmbH getroffen werden.“

Vergangene Vorfälle begründen Sicherheitsmaßnahmen

Dass die Einschränkungen nicht willkürlich erfolgen, macht Koppe deutlich: Bei den Derby-Spielen im April 2024 und April 2025 wurden unter anderem Raketen abgefeuert und ein Netz in Brand gesetzt. Diese Vorfälle haben maßgeblich zu den aktuellen Sicherheitsauflagen beigetragen.

Der Bürgermeister betont außerdem: „Der Vorschlag, das Gästekontingent bei Risikospielen auf rund 800 Tickets zu begrenzen, wurde vom FC Carl Zeiss Jena selbst eingebracht. Es handelt sich nicht um eine willkürliche Entscheidung der Ordnungsbehörde, sondern um das Ergebnis einer sicherheitsfachlichen Einschätzung im Rahmen bestehender Auflagen.“

Klares Statement zu den Fan-Drohungen

Auch zu den Drohungen der Fans findet Koppe deutliche Worte. Er sagt: „Die im Schreiben formulierte Logik ‚Wenn unseren Forderungen nicht entsprochen wird, dann …‘ stellt eine offene Drohung und einen Versuch der Nötigung dar. Es werden bewusst Eskalationsszenarien aufgebaut und Konsequenzen angedroht.“

Besonders brisant ist für ihn ein weiterer Aspekt: „Genau jene Fanszene, die jetzt mit dieser Nötigung auftritt, hat durch frühere Vorfälle maßgeblich zu den bestehenden Sicherheitsauflagen und damit zur Begrenzung des Gästekontingents beigetragen.“ Ein Teufelskreis, der die Situation zusätzlich verkompliziert.

Die Stadt Jena steht damit vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder sie gibt den Forderungen der Fans nach und riskiert mögliche Sicherheitsprobleme, oder sie hält an den bestehenden Auflagen fest und muss mit weiteren Drohungen und möglichen Eskalationen rechnen. Das Thüringen-Derby am 16. Mai verspricht damit nicht nur sportliche Spannung, sondern auch außerhalb des Platzes eine hochbrisante Atmosphäre.

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