Der Abstiegskampf in der Bundesliga ist jedes Jahr die emotionalste Entscheidung. In dieser Saison sind noch drei Klubs im Rennen: Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim. Zwei von ihnen werden in einem Tränenmeer versinken, einer wird im Jubel ertrinken. Alfred Draxler kommentiert die brisante Lage und wünscht sich ein kleines Fußballwunder.
Heidenheims letzte Hoffnung
Wenn der Fußballgott gerecht ist, dann rettet er den 1. FC Heidenheim, so Draxler. Der kleine Klub von der Ostalb hätte es verdient. Doch der Weg zum Happy End ist steinig. Heidenheim müsste am Wochenende in Köln gewinnen, St. Pauli müsste in Leipzig verlieren und Wolfsburg zu Hause gegen Bayern. Am letzten Spieltag müsste Heidenheim Mainz schlagen, während St. Pauli und Wolfsburg im direkten Duell unentschieden spielen. Dann hätte Heidenheim 29 Punkte und wäre sicher in der Relegation. Wolfsburg und St. Pauli hätten 27 Punkte und müssten absteigen.
Ein magischer Moment für den Fußball
Sollte dieses Szenario eintreten, wäre es ein kleines Fußballwunder. Aber der Fußball braucht solche magischen Momente, wie Freiburgs sensationeller Einzug ins Europa-League-Finale oder Heidenheims mögliche Rettung in letzter Sekunde. Die Herzen der Fans flogen ihnen bereits beim 3:3 in München zu. Sie führten 2:0 und 3:2, ehe Olise in der zehnten Minute der Nachspielzeit den Pfosten traf – der Ball sprang Torwart Ramaj gegen den Rücken und landete zum 3:3 im Tor. Ein Drama!
Draxlers persönliches Problem mit Wolfsburg
Draxler gibt zu, ein persönliches Problem mit dem VfL Wolfsburg zu haben. Der Klub hängt am Tropf von Volkswagen, das in finanzieller Schieflage steckt. Werkschließungen und Jobverluste drohen. Da hält Draxler bis zu 80 Millionen Euro pro Saison für die Fußballer nicht mehr für verantwortungsvoll. Heidenheim hingegen ist nicht so auf Rosen gebettet. Dort gibt es Frank Schmidt, den Trainer, Sportdirektor und Integrationsfigur in einer Person. Er ist seit fast 19 Jahren im Amt. Als Heidenheim vor Ostern neun Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hatte, sagte er: „Zu viel – da sollte man nicht mehr rechnen!“ Möglicherweise war das ein Psychotrick, denn Schmidt holte neun Punkte aus sechs Spielen und ist plötzlich wieder im Geschäft.
Ich hoffe, der Fußballgott hat ein gutes Wochenende, schließt Draxler seinen Kommentar.



