Der Tennis-Weltverband (ITF) verzichtet trotz der Aufhebung der Sanktionen gegen Athletinnen und Athleten aus Belarus durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) vorerst auf eine veränderte Vorgehensweise. Neben dem russischen bleibt auch der belarussische Tennisverband suspendiert, wie die ITF am Freitag mitteilte. An der „bisherigen Haltung“ der Organisation habe sich nichts geändert.
Entscheidung im Oktober erwartet
Im Herbst könnte sich jedoch eine neue Dynamik ergeben. „Über den Mitgliedsstatus des belarussischen Tennisverbands wird auf der ITF-Jahreshauptversammlung im Oktober von den stimmberechtigten ITF-Mitgliedsländern gemäß den satzungsmäßigen Verfahren entschieden“, hieß es in der Erklärung weiter. Bis dahin bleibt alles beim Alten: Belarussische Tennisspielerinnen und -spieler müssen weiterhin unter neutraler Flagge antreten.
Sabalenka enttäuscht
Für die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka bedeutet die Entscheidung eine Enttäuschung. Sie hatte beim Turnier in Rom betont, bald wieder unter belarussischer Flagge starten zu wollen. „Ich hoffe wirklich, dass sie uns unsere Flagge zurückgeben“, sagte Sabalenka. „Ich wäre extrem stolz darauf, Belarus zu vertreten.“ Derzeit erscheint bei den belarussischen Tennisspielerinnen und -spielern weder die Flagge noch die Nationalität in den Ergebnislisten.
Hintergrund: IOC hebt Sanktionen auf
Das IOC hatte am Donnerstag die Sanktionen gegen Athletinnen und Athleten aus Belarus aufgehoben. Sportler aus Belarus dürfen damit bei internationalen Wettkämpfen wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne starten, sofern die jeweiligen Sportverbände dies gestatten. Die ITF hält jedoch vorerst an ihrer Linie fest und stellt sich damit gegen die IOC-Entscheidung.



