Vinnie, der Winner: Die Fußballwelt verneigt sich vor Kompany
Nach seinem eindringlichen Plädoyer zum Thema Rassismus wird der Trainer des FC Bayern, Vincent Kompany, von allen Seiten gelobt. "Ein großer Mensch, eine große Persönlichkeit", so beschreiben ihn Weggefährten und Beobachter gleichermaßen. Die Rede des Belgiers, die sich mit dem Rassismus-Vorwurf von Real-Madrid-Star Vinicius Junior auseinandersetzte, hat in der gesamten Fußballwelt für Aufsehen und Respekt gesorgt.
Emotionale Reaktionen aus Verein und Liga
Sportvorstand Max Eberl zeigte sich nach dem 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt tief bewegt: "Mich hat das brutal berührt. Ich sehe jetzt schon seit 20 Monaten, was für ein großer Mensch, eine große Persönlichkeit er ist. Gestern hat er es der ganzen Welt gezeigt." Präsident Herbert Hainer ergänzte: "Vincent Kompany ist nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz ein super Typ, der tut uns so gut." Hainer bezeichnete den 39-jährigen Trainer mehrfach als "Sechser im Lotto" und lobte sein Statement als "intelligent, wohlüberlegt und genau auf den Punkt".
Selbst externe Stimmen wie Ex-Freiburg-Trainer Christian Streich äußerten Begeisterung: "Unglaublich. Mir hat es vollständig die Füße weggezogen. Er ist ein großartiges Vorbild." Aus der eigenen Mannschaft kam ebenfalls viel Anerkennung. Superstar Harry Kane betonte: "Er ist nicht nur ein großartiger Taktiker und Trainer, er ist auch ein großartiger Botschafter." Kane führte die starke Verbindung der Spieler zu Kompany auf dessen Ehrlichkeit und Offenheit zurück.
Klartext nach dem Vorfall um Vinicius Junior
Kompany hatte in einer zwölfminütigen Pressekonferenz am Freitag Vinicius Junior nach dem vermeintlichen Rassismus-Vorfall im Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon verteidigt. Dabei kritisierte er auch Benfica-Trainer José Mourinho scharf für dessen Kommentare im Nachgang. Gleichzeitig sprach sich Kompany generell für einen besseren Umgang innerhalb der Gesellschaft aus. Max Eberl hob hervor: "Für ihn sei es eine Selbstverständlichkeit, dass wir so miteinander leben sollten. Dass das eben nicht die Regel ist, hat Vincent eindrucksvoll beschrieben."
Kompanys Appell und Bescheidenheit
Am Samstag wollte Kompany nicht weiter auf das Thema eingehen und erklärte: "Ich habe alles dazu gesagt. Das war meine ganz spontane, ehrliche Meinung zu der Situation." Er fügte hinzu: "Ich glaube nicht, dass wir etwas gewinnen, wenn ich in den nächsten Tagen da noch mehr zu sage." Dennoch hofft er, dass "die Tür offen bleibt, damit wir daraus wachsen". Mit dieser Haltung fand der Bayern-Trainer erneut die richtigen Worte und unterstrich seine Rolle als moralische Instanz im Fußball.



