Gladbach-Krise: Ikonen warnen vor Horrorszenario und kritisieren strukturelle Defizite
Gladbach-Krise: Ikonen warnen vor Horrorszenario

Eine Katastrophe droht: Gladbach-Ikonen schlagen bei Traditionsklub Alarm

Nach sieben Bundesliga-Spielen ohne Sieg wird die Situation bei Borussia Mönchengladbach zunehmend bedrohlich. Die Fohlen rutschen auf Platz 14 ab und die Abstiegszone rückt gefährlich nah. Zwei ehemalige Schlüsselfiguren des Vereins, Marco Villa und Bernd Krauss, äußern sich besorgt über die Entwicklung und warnen vor einem Horrorszenario.

Villa appelliert an Geschlossenheit

Marco Villa, der von 1996 bis 1999 für Gladbach spielte, beschreibt die Lage als äußerst kritisch. „Die Situation für Borussia Mönchengladbach ist prekär, und ich empfinde sie nicht als besonders angenehm“, erklärt der 47-Jährige im Gespräch mit SPORT1. Dennoch setzt er auf Zusammenhalt: „Ich hoffe, dass die Mannschaft gemeinsam mit Trainer Eugen Polanski die kommenden Spiele ähnlich gut bestreitet wie in der Hinrunde.“ Damals sammelte das Team viele Punkte und brachte sich in eine relativ ungefährdete Tabellenposition.

Krauss analysiert strukturelle Schwächen

Deutlich schärfer fällt die Analyse von Bernd Krauss aus. Der 68-jährige Ex-Trainer, der Gladbach 1995 zum DFB-Pokalsieg führte, erkennt seit Jahren dieselben Muster. „Das Abwehrverhalten ist eine Katastrophe“, urteilt er unverblümt. Trotz häufig vorhandener Überzahl fehle es an Entschlossenheit im Zweikampf. Aus dem Mittelfeld komme zu wenig Torgefahr und der Angriff sei zu stark von einem einzelnen Stürmer abhängig. „Diese Mannschaft ist leicht auszurechnen“, so Krauss.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Mentale Defizite und Kaderprobleme

Für Krauss liegen die Probleme tiefer als nur in taktischen Fragen. Er identifiziert Defizite in der Kaderzusammenstellung, der Mentalität und der Hierarchie innerhalb der Mannschaft. Verantwortung werde zu selten übernommen, weder individuell noch kollektiv. Die Wintertransfers, mit mehreren Abgängen und internen Lösungen aus der U23, seien nur bedingt hilfreich. „Oft bekommt man Spieler, die anderswo keine Rolle mehr gespielt haben – oder man braucht großes Glück“, erklärt Krauss. Letztlich sei vieles eine Charakterfrage.

Polanski erhält Rückendeckung

Trainer Eugen Polanski wird von beiden Ex-Profis grundsätzlich unterstützt. Krauss betont, dass ein Coach aus den eigenen Reihen Verein und Strukturen kenne, was ein Vorteil sei. „Polanski muss jetzt klare Kante zeigen“, fordert er. Klare Ansprache, konsequente Trainingsarbeit und notfalls unbequeme Maßnahmen seien unerlässlich. Villa warnt vor vorschnellen Trainerentscheidungen: „Generell würde ich mir wünschen, dass Trainern gemeinsam mit ihrer Mannschaft etwas mehr Zeit gegeben wird.“

Abstiegsangst und fehlende Typen

Ein möglicher Abstieg wäre für den Traditionsklub verheerend. „Sportlich und finanziell eine Katastrophe“, warnt Krauss. Die Fans würden zwar bleiben, doch mit dem aktuellen Kader sei eine schnelle Rückkehr keineswegs garantiert. Was ihn am meisten störe, sei das Fehlen elementarer Tugenden: „Rennen und kämpfen. Ein bisschen Fußballspielen reicht nicht.“ Zudem fehlten in Gladbach echte Typen, die auch einmal anecken. „Mit Chorknaben gewinnt man nichts“, so Krauss.

Trotz aller Kritik bleibt ein Rest Zuversicht. „Ja, ich habe noch Hoffnung – dass wir in der Liga bleiben“, sagt Krauss. Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin steht Borussia Mönchengladbach unter immensem Druck. Dieses Spiel könnte entscheidend sein, ob die Mannschaft die nötige Stabilität findet, um die Krise zu überwinden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration