Borussia Mönchengladbach in der Krise: Sportchef Schröder fordert schonungslose Analyse
Die Situation bei Borussia Mönchengladbach spitzt sich dramatisch zu. Nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg hat Sportchef Rouven Schröder eine „schonungslose“ Aufarbeitung der anhaltenden Krise gefordert. Die Gladbacher haben nun ihr siebtes Bundesliga-Spiel in Serie ohne Sieg beendet und rutschen immer tiefer in den Tabellenkeller.
„Die Zeit läuft“ – Schröder warnt vor Schönrederei
Der 50-jährige Schröder zeigte sich nach dem Spiel im Breisgau deutlich frustriert. „Wir sollten uns schon ehrlich die Meinung sagen“, forderte der Sportchef. „Mitzuspielen und nicht zu punkten, das ist das maximal Schlechteste. Und nicht sagen: Das kriegen wir schon hin. Die Zeit läuft.“ Mit diesen deutlichen Worten machte Schröder klar, dass die Geduld bei den Verantwortlichen langsam zu Ende geht.
Tabellensituation wird immer bedrohlicher
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
- Borussia Mönchengladbach liegt nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt
- Der direkte Konkurrent FC St. Pauli hat damit die Gladbacher im Visier
- Im 18. Anlauf hintereinander gelang den Fohlen kein Sieg in Freiburg
Beim Spiel gegen den SC Freiburg trafen Matthias Ginter in der 38. Minute und Igor Matanovic in der 74. Minute für den Sport-Club. Die harmlosen Gladbacher kamen durch Haris Tabakovic in der 85. Minute nur noch auf das 1:2 heran.
Polanski: „Brutal enttäuscht“ und bereit für „dreckigen Sieg“
Trainer Eugen Polanski, der im September Gerardo Seoane als Chefcoach abgelöst hatte, zeigte sich bei der Pressekonferenz ebenfalls deutlich enttäuscht. „Weil wir natürlich brutal enttäuscht sind, dass wir hier verloren haben“, erklärte der Trainer. Besonders bemerkenswert: Polanski räumte ein, dass ihm der Glückwunsch an seinen Freiburger Kollegen Julian Schuster „nicht so leicht“ über die Lippen gehe.
Der Trainer machte deutlich, wie verzweifelt die Situation mittlerweile ist: „Mittlerweile würde ich auch einen dreckigen Sieg nehmen. Es gilt weiter daran zu arbeiten, diesen Knoten mal aufzubrechen.“
Schröder verteidigt Trainer und warnt vor Union Berlin
Der Sportchef wies Spekulationen zurück, dass Trainer Polanski aufgrund fehlender Erfahrung im Abstiegskampf nicht der richtige Mann für die aktuelle Situation sei. „Wenn wir es ihm nicht zutrauen würden, würden wir handeln“, stellte Schröder klar. Gleichzeitig betonte er, dass nicht nur der Trainer gefordert sei: „Wir alle sind gefordert. Wir sind alle in der Verantwortung.“
Vor der nächsten Herausforderung am kommenden Samstag gegen Union Berlin warnte Schröder: „Gegen Union Berlin wird es genauso ein ekliges Spiel.“ Der Tabellen-14. muss sich auf ein weiteres hartes Duell einstellen.
Die Mannschaft hat es noch selbst in der Hand
Trotz aller Kritik und Enttäuschung verwies Schröder darauf, dass die Mannschaft die Situation noch selbst regeln könne. „Aber da sollten wir sehr, sehr ehrlich zueinander sein“, mahnte der Sportchef. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Gladbacher den geforderten schonungslosen Blick auf ihre Probleme werfen und die Trendwende schaffen können.
Die Zeit wird knapp, die Tabellensituation immer bedrohlicher. Borussia Mönchengladbach steht vor der vielleicht entscheidenden Phase der Saison.



