Gladbach-Star Philipp Sander über Bayern: 'An guten Tagen lassen sie den Gegner kaum atmen'
Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldmann Philipp Sander hat im Interview mit der AZ ausführlich über den Stolperstart der Fohlen ins Jahr 2026 und die anstehende Herausforderung beim FC Bayern gesprochen. Der 26-Jährige analysiert die Stärken des Rekordmeisters und skizziert den Plan für das Gastspiel in München.
Hoffnung aus dem Sieg gegen Union Berlin
AZ: Herr Sander, Gladbach hat die Bayern in den letzten Jahren oft geärgert. Was macht Ihnen Hoffnung, dass es wieder klappt?
PHILIPP SANDER: Vor allem das zurückliegende Spiel gegen Union Berlin gibt uns Aufschwung. Und grundsätzlich das Gefühl: Wenn wir kompakt verteidigen, ist es für Gegner extrem schwer, gegen uns Tore zu schießen. Auch im Hinspiel haben wir in Unterzahl lange die Null gehalten – daraus schöpfen wir Mut und Zuversicht für die kommende Aufgabe.
Analyse des schwachen Jahresstarts
Gladbach hat im Jahr 2026 erst zwei Siege geholt. Woran hakt's?
Wir haben hinten das eine oder andere vermeidbare, manchmal auch unglückliche oder späte Gegentor bekommen – und vorne in entscheidenden Phasen nicht die Führung gemacht. Es gab Spiele, die auf unsere Seite hätten kippen können, aber es ist nicht passiert. Jetzt gilt: Blick nach vorne. Der Sieg gegen Union war notwendig und wichtig – und soll uns tragen.
Also war es das fehlende Spielglück?
Es geht auch um Konsequenz – im eigenen und im gegnerischen Strafraum. Wir hatten Phasen, die gut aussahen, aber am Ende zählt, auch mal aus einer halben Chance ein Tor zu machen. Das fehlte uns bisher in diesem Jahr.
Stärken der Borussia und Plan für Bayern
Wo sehen Sie die Stärken der Borussia?
Wir verteidigen kompakt, halten die Abstände und lösen im richtigen Moment das Pressing aus. Wenn wir das in München über die vollen 90 Minuten hinbekommen und uns gegenseitig auf dem Platz helfen, ist es schwer, gegen uns Tore zu schießen.
Wie wollen Sie die Aufgabe FC Bayern diesmal lösen?
Wir werden nicht 70 Prozent Ballbesitz haben – darauf sind wir eingestellt. Entscheidend ist: Ketten eng halten, Abstände klein halten und in den richtigen Momenten Druck auf den Ball ausüben – und dann nach vorne Nadelstiche setzen. Wir gehen nicht ausschließlich mit dem Ziel rein, nur kein Gegentor zu bekommen – wir haben auch den Anspruch, selbst anzugreifen.
Respekt vor der Bayern-Qualität
Das klingt nicht, als hätte man Angst vor dem FC Bayern?
Angst definitiv nicht. Wir haben Respekt vor der individuellen Qualität und wie Bayern als Mannschaft agiert: dieses brutale 1-gegen-1 über den ganzen Platz, das Gegenpressing, die offensive Qualität. Du hast das Gefühl, dass Offensivspieler jederzeit ein Spiel mit einer individuellen Aktion entscheiden können. Du musst 90 Minuten wach sein.
Und dazu kommt die Intensität mit und gegen den Ball: An guten Tagen lassen sie den Gegner kaum atmen. Das machen sie schon stark. Wir müssen darauf vorbereitet sein und unsere eigenen Stärken ausspielen, um in München erfolgreich zu sein.



