Manuel Gräfe kritisiert WM-Schiedsrichter scharf: „Erschreckend schwach“
Gräfe kritisiert WM-Schiedsrichter scharf: „Erschreckend schwach“

BILD-Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe hat die Leistungen der Unparteiischen bei der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft scharf kritisiert. In einem Video-Statement bezeichnete der ehemalige FIFA-Schiedsrichter die Arbeit der Referees als „erschreckend schwach“. Er monierte insbesondere mangelnde Konsequenz bei Regelverstößen und uneinheitliche Entscheidungen.

Gräfe: „Die Schiedsrichter sind überfordert“

Gegenüber BILD erklärte Gräfe: „Was wir hier bei dieser WM sehen, ist teilweise erschreckend schwach. Die Schiedsrichter wirken überfordert, treffen falsche Entscheidungen und lassen sich zu oft von Spielern beeinflussen.“ Er verwies auf mehrere strittige Szenen, darunter aberkannte Tore und nicht gegebene Strafstöße. „Das Niveau der Unparteiischen hat im Vergleich zu früheren Turnieren deutlich nachgelassen“, so Gräfe weiter.

Der 51-Jährige forderte eine grundlegende Reform der Schiedsrichterausbildung und -auswahl. „Es kann nicht sein, dass bei einer WM so viele Fehlentscheidungen passieren. Die FIFA muss dringend handeln“, betonte er. Gräfe kritisierte auch den Einsatz des Video Assistant Referees (VAR), der seiner Meinung nach nicht konsequent genug angewendet werde.

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Drei Rote Karten und VAR-Chaos

In einem weiteren Video äußerte sich Gräfe zu einer möglichen Regeländerung nach dem WM-Turnier. Er sprach von einem „Ende der Schwalbe“ und forderte strengere Strafen für Simulationen. Zudem analysierte er die umstrittene Szene um Lionel Messi, den er als „Rache-Aktion“ bezeichnete. „Der Tritt von Messi war klar eine Rache-Aktion, die mit einer Roten Karte hätte bestraft werden müssen“, so Gräfe.

Die Diskussion um die Schiedsrichterleistungen hält während der WM an. Gräfe, der selbst Spiele der Bundesliga und internationaler Turniere leitete, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Die Gesundheit der Spieler steht auf dem Spiel, wenn Schiedsrichter nicht konsequent durchgreifen“, mahnte er.

Kritik an Schiedsrichter-Chef Collina

Gräfe richtete seine Kritik auch gegen FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina. „Es geht um die Gesundheit der WM-Stars. Collina muss endlich Verantwortung übernehmen und klare Richtlinien vorgeben“, forderte Gräfe. Er bemängelte, dass die Unparteiischen bei dieser WM zu wenig Unterstützung erhielten und allein gelassen würden.

Die WM in Katar ist bereits von mehreren kontroversen Schiedsrichterentscheidungen überschattet worden. Neben aberkannten Toren gab es Diskussionen um nicht gegebene Elfmeter und Platzverweise. Gräfe zufolge sei dies ein „Weckruf“ für die FIFA, die Qualität der Schiedsrichter zu verbessern. „Wenn die Besten der Welt pfeifen, dürfen solche Fehler nicht passieren“, resümierte er.

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