St. Pauli: Hauke Wahl spricht über bitteren Ausfall von James Sands
„Der Ausfall von Jimmy tut uns schon richtig weh.“ Mit diesen Worten beschreibt St. Paulis erfahrener Abwehrspieler Hauke Wahl (31) die Situation rund um den langfristigen Ausfall seines Teamkollegen James Sands (25). Der US-Amerikaner musste sich am Morgen des Spieltages gegen Gladbach einer Operation am Sprunggelenk unterziehen und fällt damit für den Rest der Saison aus – höchstwahrscheinlich verpasst er auch die anstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land.
Ein persönlicher Schock für Wahl
„Ich habe es erst am Morgen mitbekommen. Das war schon ein Schock“, gesteht Wahl. „Das tut mir sehr leid für ihn, gerade bei so einer Weltmeisterschaft im eigenen Land. Ich kann mir das gar nicht vorstellen, weil ich davon so weit weg bin. Für ihn war der Traum schon da. Ich glaube auch, dass er sich das verdient gehabt hätte.“
Besonders bitter: Für Sands handelt es sich bereits um die zweite schwere Verletzung während seiner Zeit bei St. Pauli. Der US-Amerikaner ist seit über einem Jahr vom MLS-Klub New York City an den Hamburger Verein ausgeliehen und hatte sich zuletzt als wichtiger Stabilitätsfaktor etabliert.
Menschliche Enttäuschung und sportliche Konsequenzen
„Menschlich gesehen, für ihn eine krasse Enttäuschung“, analysiert Wahl die Situation. „Das ist jetzt der Job für uns als Mannschaft, dass wir ihn da aufbauen.“ Für Sands beginnt demnächst die Rehabilitation, während sich die Mannschaft auf die veränderte Situation einstellen muss.
Der Ausfall hat auch direkte sportliche Konsequenzen für Wahl selbst. Weil Eric Smith (29) voraussichtlich die Position von Sands vor der Abwehr übernehmen wird, rückt Wahl in die Mitte der Dreier-Abwehrkette. „Ich mag es mehr“, erklärt der Routinier. „Ich habe mehr Ballaktionen, kann mich mehr mit den Stürmern rangeln. Ich spiele da, wo die Mannschaft mich braucht.“
Professioneller Athlet und angenehmer Zeitgenosse
Wahl betont die besonderen Qualitäten seines verletzten Teamkollegen: „Er ist ein superprofessioneller Athlet. Ich glaube, wenige sind so professionell wie er. Er bereitet sich super vor und super nach. Er ist ein guter Junge, ein sehr angenehmer Zeitgenosse, mit dem man Spaß haben kann. Fußballerisch ein absoluter Stabilisator, gerade in seinen starken Phasen, wo er viel Wucht hatte.“
Trotz der Niederlage in Gladbach (0:2) und des schwerwiegenden Ausfalls bleibt die Solidarität innerhalb der Mannschaft ungebrochen. Wahl versichert: „Für Sands bin ich jedenfalls auch da – auch wenn der gar nicht spielt.“ Die Mannschaft von St. Pauli steht in dieser schwierigen Phase zusammen und will ihren verletzten Kollegen bestmöglich unterstützen.



