Rostocker Naturwald Swienskuhlen im Fokus: SPD organisiert Ortstermin bei umstrittener Industrieerweiterung
Die Rostocker Bürgerschaft hat kürzlich mit deutlicher Mehrheit den Weg für eine mögliche Werkserweiterung des Unternehmens EEW Special Pipe Constructions im Rostocker Seehafen freigemacht. Dabei könnte ein Teil des geschützten Naturwaldes Swienskuhlen betroffen sein – ein Thema, das in der Hansestadt kontrovers diskutiert wird.
Öffentliche Exkursion am 2. April
Der Arbeitskreis für Umwelt und Nachhaltigkeit der SPD Rostock lädt für den 2. April um 13:30 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ein. Bei einer öffentlichen Exkursion wollen sich Interessierte gemeinsam mit Experten vor Ort ein Bild von der Situation machen. Treffpunkt sind der Seehafen Rostock und das angrenzende Waldgebiet Swienskuhlen, das direkt im Hafengebiet liegt.
„Wir wollen uns einen Einblick in die Ökologie dieses alten Waldes verschaffen und über ökonomische Aspekte der geplanten Werkserweiterung sowie notwendige Ausgleichsmaßnahmen ins Gespräch kommen“, erklärt Hannes Nehls, Co-Sprecher des Arbeitskreises Umwelt und Nachhaltigkeit der SPD Rostock.
14 Hektar geschützter Wald in Gefahr
Konkret geht es um etwa 14 Hektar des knapp 70 Hektar großen Landschaftsschutzgebiets Swienskuhlen, die für die geplante Werkserweiterung des Industrieunternehmens geopfert werden müssten. Das Waldgebiet steht seit Jahren unter besonderem Schutz und beherbergt eine vielfältige Flora und Fauna.
„Das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit bewegt viele Menschen in Rostock und nicht nur in einzelnen Stadtteilen“, betont Nehls weiter. „Viele Schutzgebiete und Biotope stehen gerade massiv unter Druck und werden immer seltener. Umso mehr freuen wir uns auf eine breite Beteiligung und einen interessanten Austausch.“
Wirtschaftliche Perspektiven versus Naturschutz
Das im Rostocker Seehafen ansässige Unternehmen EEW Special Pipe Constructions ist einer der größten Industrie-Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern und ringt seit Jahren um eine Erweiterung seines Werkstandortes. Das Unternehmen plant die Entwicklung einer bis zu 40 Hektar großen Fläche bis zum Jahr 2028.
EEW gilt als Weltmarktführer in der Fertigung von Monopiles – das sind Großrohre, die als Gründungspfähle für Offshore-Windturbinen dienen. Seit 2008 produziert das Unternehmen diese Spezialrohre im Rostocker Seehafen und will nun sowohl bei den Produktionsmengen als auch bei den Mitarbeiterzahlen weiter wachsen. Von bis zu 500 zusätzlichen Arbeitsplätzen ist in diesem Zusammenhang die Rede.
Begrenzte Teilnahmemöglichkeiten
Die Teilnahmekapazitäten für die Exkursion am 2. April sind begrenzt. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung per E-Mail an umwelt-spd-rostock@spd.de oder telefonisch unter 0381/2521011 möglich. Der genaue Treffpunkt wird den angemeldeten Teilnehmern anschließend per E-Mail oder Telefon mitgeteilt.
An der Exkursion werden neben Vertretern der SPD Rostock auch der zuständige Forstamtsleiter und ein Repräsentant des Hafenbeteibers Rostock Port teilnehmen, um verschiedene Perspektiven auf das komplexe Thema zu ermöglichen.



