Heckings erste Personalentscheidung beim VfL Wolfsburg
Dieter Hecking (61) hat als neuer Cheftrainer des VfL Wolfsburg bereits eine erste deutliche Personalentscheidung getroffen. Der bisherige Athletikcoach Christian Clarup (43) wurde von seinen Aufgaben entbunden. Hecking begründete diesen Schritt mit den Worten: „Bei Christian ist sehr viel vorbelastet aus der Vergangenheit. Das spürt man irgendwie in den Abläufen.“
Spannungen im Trainerteam
Der erfahrene Fußballtrainer räumte ein, dass es in den ersten drei Tagen seiner Amtszeit bereits zu Diskussionen mit Clarup gekommen sei. „Vielleicht ist er hier und da auch angeeckt“, so Hecking weiter. In der Mannschaft soll Clarup unbeliebt gewesen sein und sich unter den Vorgängern Daniel Bauer (43) und Paul Simonis (41) als Besserwisser aufgeführt haben.
Hecking erklärte seine Entscheidung mit der Notwendigkeit, Störfaktoren zu beseitigen: „Am Ende des Tages muss ich sagen, Störfeuer. Oder, wir müssen viel Negatives beiseiteschieben, um dann den Jungs und den Mitarbeitern auch ein Alibi zu nehmen, das leistungshemmend wäre.“ Gleichzeitig zeigte er Respekt für den gefeuerten Coach: „Für ihn persönlich tut es mir leid. Ich glaube schon, dass er ein streitbarer Geselle ist, aber auch jemand, der professionell und erfolgsorientiert denkt.“
Heckings Nervosität vor dem Spiel
Während der neue Trainer das Trainerteam umstrukturiert, bereitet er sich auf sein erstes Spiel als Wolfsburger Cheftrainer vor. Am Samstag trifft der Tabellen-Vorletzte ausgerechnet auf die TSG Hoffenheim, das Überraschungsteam dieser Bundesliga-Saison. Hecking verriet dabei seine persönliche Nervosität vor Spielbeginn.
„Ich bin immer angespannt. Die halbe Stunde von 15 Uhr bis 15.30 Uhr ist die schlimmste halbe Stunde, weil ich da nie weiß, was ich machen soll“, gestand der 61-Jährige. „Dann habe ich mein Handy in der Hand, gucke Ergebnisse aus der zwölften Liga in Brasilien ... Das kann man sich nicht vorstellen, da bin ich total im Tunnel.“
Historische Erinnerungen und aktuelle Herausforderungen
Hecking kehrt an einen Ort zurück, an dem er 2015 mit dem VfL Wolfsburg den DFB-Pokal gewann. Damals trug er eine legendäre schwarze Kings-Kappe, die mittlerweile verschwunden ist. Auf der Pressekonferenz entwickelte sich dazu ein launiger Dialog mit Barbara Ertel-Leicht, der Leiterin Sportkommunikation.
Die sportliche Realität sieht jedoch ernster aus: Als Tabellen-Vorletzter haben die Wölfe bereits vier Punkte Rückstand auf den FC St. Pauli und den Relegationsplatz. Mit der Entlassung von Clarup hat Hecking nun den ersten Schritt in seiner Mission Klassenerhalt getan. Alle drei bisherigen Verantwortlichen – Clarup, Bauer und Simonis – sind nicht mehr im Verein.
Besonders brisant: Gerüchten zufolge soll Ex-Boss Peter Christiansen (51) über Clarup während der Simonis-Amtszeit Einfluss auf die Startaufstellungen genommen haben. Diese Vergangenheit will Hecking nun hinter sich lassen, um den Abstiegskampf erfolgreich zu bestreiten.



