Meisterlöwe Heiß über prominente Löwen-Reservisten: 'Man fragt sich, was da los ist'
Meisterlöwe Fredi Heiß spricht offen über die Situation der prominenten Reservisten Florian Niederlechner, Patrick Hobsch und Jesper Verlaat beim TSV 1860 München. Die Saison 2025/26 zählt für das Trio zu den unbefriedigendsten Spielzeiten ihrer Karrieren. Verletzungen, Formschwankungen, taktische Erwägungen und möglicherweise weitere, öffentlich nicht bekannte Gründe haben sie bisher am regelmäßigen Einsatz gehindert.
Unbefriedigende Saison für das prominente Trio
Im Vorfeld des Totopokal-Halbfinales beim SSV Jahn Regensburg am Samstag um 14 Uhr dürften die drei Spieler mit den Hufen scharren. 'Man fragt sich schon, was da los ist', sagt Fredi Heiß über Rückkehrer Florian Niederlechner, dessen Torjäger-Kollege Patrick Hobsch und Kapitän Jesper Verlaat. Drei Löwen, die große Namen tragen und den Anspruch haben, nicht nur im Totopokal, sondern auch in der Dritten Liga auf dem grünen Rasen stehen zu wollen.
Die größte Fallhöhe zeigt sich bei Florian Niederlechner. Der 197-malige Bundesligaspieler sollte eigentlich, den Träumereien mancher Fans nach, gemeinsam mit Kevin Volland den TSV 1860 fast im Alleingang zum Aufstieg schießen. Mit lediglich zwei Toren und drei Assists in 21 Spielen ist er davon jedoch meilenweit entfernt. Ein Stammplatz ist nicht mehr in Sicht, zuletzt wurde er von Cheftrainer Markus Kauczinski zweimal nicht für den 20-köpfigen Drittliga-Kader nominiert.
Heiß deutet auf unbekannte Gründe hin
'Es ist schon interessant, dass er noch einmal mehr dabei ist', sagt Heiß und deutet an, dass öffentlich nicht näher bekannte Gründe eine Rolle spielen könnten: 'Ich finde es schade. Man weiß nicht, ob da nicht irgendwas vorgefallen ist.' Torjäger-Kollege Patrick Hobsch beschreibt Heiß als 'einen Stürmer, der immer für ein Tor gut ist'. Dennoch habe auch der Sohn von Ex-Bundesligastar Bernd Hobsch 'wenig gespielt' und sei 'viel eingewechselt worden'.
Heiß fügt hinzu: 'Er hat auch nicht mehr den Stellenwert beim Trainer, dass er gesetzt ist, ist oft nur Joker.' Der 85-Jährige findet den Stoßstürmer dennoch 'unerlässlich'. Bei Kapitän Jesper Verlaat hat die längste Leidenszeit begonnen: Der Abwehrchef, in den vergangenen Jahren ein Dauerbrenner, hat erst sechs Drittliga-Einsätze und 488 Spielminuten absolviert, bevor er sich im Hinspiel bei Hansa Rostock einen Muskelbündelriss zuzog.
Verlaats Rolle und Vertragssituation
'Verlaat war für Sechzig in den letzten Jahren nicht unwichtig, keine Frage. Er ist ein guter Verteidiger und stellt da hinten auch etwas dar', betont Heiß: 'Der ist ein guter Mann!' Kauczinski hat mehrfach erklärt, dass Max Reinthaler die Rolle des zentralen Innenverteidigers derart gut ausfülle, dass Verlaat hinten anstehen müsse. Vor dem Hintergrund, dass sein Vertrag im Sommer 2026 ausläuft, sagt Heiß: 'Es wäre schon wichtig, dass er bleibt.'
Gratwanderung für Trainer Kauczinski
Nach der 1:2-Pleite beim MSV Duisburg, die den TSV 1860 im Aufstiegsrennen unverhofft zurückwarf, muss Kauczinski eine Gratwanderung gehen. Einerseits gilt es, das Saisonziel Pokalgewinn nicht zu gefährden, um über den bayerischen Verbandspokal in die erste Runde des lukrativen DFB-Pokals einzuziehen. Dafür darf er nicht gleich seine halbe Startelf umbauen.
Andererseits muss er irgendwann seine Reservisten wieder ins Spiel bringen. Es bleibt spannend, ob das Trio und die Sechzger in Regensburg ein befriedigendes Erlebnis feiern dürfen. Die Entscheidungen von Trainer Kauczinski werden mit Spannung erwartet, besonders angesichts der unbefriedigenden Saison der prominenten Reservisten.



