Union-Boss Heldt äußert Bedenken vor Bayern-Spiel
Vor dem hochkarätigen Bundesliga-Duell zwischen dem FC Bayern München und Union Berlin hat der Sport-Geschäftsführer der Berliner, Horst Heldt, im Interview mit der AZ deutliche Bedenken geäußert. Heldt befürchtet, dass sein Team durch das Schiedsrichterteam benachteiligt werden könnte, insbesondere nach der jüngsten öffentlichen Kritik der Bayern-Verantwortlichen an Schiedsrichterentscheidungen.
„Für Schiedsrichter nicht einfach“: Heldts Analyse der Situation
Horst Heldt betonte, dass die jüngsten Äußerungen der Bayern-Bosse eine ganz andere Wahrnehmung erzeugt hätten als frühere Kritik anderer Vereine. „Nach so einer Situation könnte es schwer werden, Entscheidungen gegen die Bayern zu treffen, die hart sind“, so der Union-Geschäftsführer. Er machte deutlich, dass er damit nicht den großen FC Bayern kritisieren wolle, sondern ausschließlich die Situation seines eigenen Klubs im Blick habe.
„Für das Schiedsrichterteam wird es am Wochenende sicher nicht einfach“, sagte Heldt und verwies darauf, dass Schiedsrichter letztlich Menschen seien, die unter dem öffentlichen Druck stehen könnten. Union Berlin tritt am Samstag in der Allianz Arena an, um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt zu holen.
Spieltaktik: Mit Mann und Maus verteidigen
Heldt gab auch Einblicke in die geplante Spielweise seiner Mannschaft gegen den deutschen Rekordmeister. „Wir versuchen eine Spielweise an den Tag zu legen, die sie immer wieder begleitet“, erklärte er. Viele Mannschaften würden gegen die Bayern versuchen, ihr eigenes Tor mit Mann und Maus zu verteidigen – eine Taktik, die auch Union verfolgen werde.
„Das werden wir auch machen. Dafür müssen sie dann Lösungen finden“, so Heldt weiter. „Das gelingt ihnen zwar in 99 Prozent der Fälle, aber wir versuchen es ihnen so unangenehm wie möglich zu machen und unsere Qualitäten einzubringen.“ Allerdings räumte er ein, dass Union das Spiel nicht so offen gestalten könne wie etwa Arsenal oder Real Madrid, wenn diese auf die Bayern treffen.
Dreiklassengesellschaft in der Bundesliga
Der Union-Geschäftsführer sprach zudem über die strukturellen Unterschiede in der Bundesliga, die er als „Dreiklassengesellschaft“ beschrieb. „Wir haben in der Bundesliga eine Dreiklassengesellschaft“, analysierte Heldt. „Es spielen, mit Ausnahme von ein paar Ausreißern, immer die gleichen Mannschaften um die vorderen Plätze.“
Er nannte Leverkusen, Dortmund, Stuttgart, Leipzig und die Bayern als erste Klasse, gefolgt von einer Gruppe, die um internationale Plätze spiele. Union Berlin gehöre zur dritten Gruppe, die in jeder Saison versuche, möglichst wenig mit dem Abstieg zu tun zu haben. „In dieser Gruppe sind alle Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau. Es ist da alles sehr eng und spannend“, so Heldt.
Klare Linie bei Finanzfragen
Auf die Frage nach Beraterhandgeldern und Spielergehältern – ein Thema, das beim FC Bayern derzeit für Diskussionen sorgt – antwortete Heldt mit einer klaren Positionierung. „Wir bewegen uns zwar in einer anderen Range als der FC Bayern, aber werden nichtsdestotrotz damit auch immer wieder konfrontiert“, gestand er.
Doch der Union-Geschäftsführer betonte: „Wir zahlen nur das, was wir zur Verfügung haben, und gehen nicht darüber hinaus.“ Mit dieser Strategie sei es dem Verein in den letzten Jahren gelungen, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen, obwohl man finanziell nicht mit den Top-Klubs mithalten könne.
Chance im ermüdeten Bayern?
Trotz der klaren Unterlegenheit auf dem Papier sieht Heldt durchaus eine Chance für sein Team. „Die Bayern kommen jetzt in die heiße Phase mit permanent englischen Wochen und haben dann noch zahlreiche Abstellungen zu den Länderspielen“, analysierte er. „Sie sind also dauerhaft in Aktion. Das ist vielleicht der Moment, in dem wir ihnen ein Bein stellen können.“
Union Berlin konnte in der Vergangenheit bereits zeigen, dass sie den Bayern durchaus gefährlich werden kann. In der laufenden Saison war Union das erste Team, das den Bayern ein Remis abluchste, und auch im Pokal war es eine knappe Angelegenheit. Heldt hofft, dass seine Mannschaft auch diesmal die minimale Chance nutzen kann, die sich bieten wird.



