Ukrainischer Skeleton-Pilot mit Helm der Erinnerung: 22 tote Sportler auf Olympia-Helm
Helm mit 22 toten Sportlern: Ukrainer bei Olympia disqualifiziert

Helm der Erinnerung: Ukrainischer Skeleton-Pilot mit 22 Porträts getöteter Sportler

Der berühmteste Helm der Olympischen Spiele zeigt keine Sponsorenlogos und keine coolen Designs. Stattdessen trägt der Helm des ukrainischen Skeleton-Piloten Vladyslav Heraskevych die Gesichter von 22 Sportlern, Teamkameraden, Freunden und Kindern, die im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine getötet wurden. Diese außergewöhnliche Geste führte zur Disqualifikation des Athleten bei den Wettkämpfen.

Begegnung auf der Münchner Sicherheitskonferenz

Am vergangenen Freitag wurde Heraskevych auf der Münchner Sicherheitskonferenz empfangen, wo er auch den ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj traf. Der Sportler erklärte: „Jeder Sportler hat eine große Geschichte, und jedes Leben ist eine große Geschichte. Unter ihnen viele Kinder, die nicht einmal einen Eindruck vom Leben bekommen konnten.“

Unter den Porträtierten befinden sich zahlreiche bekannte ukrainische Sportler, deren Leben durch den Krieg ausgelöscht wurden. Ihre Gesichter bleiben nun auf diesem besonderen Helm erhalten.

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Die Sportler hinter den Porträts

Heraskevych stellt in der Berichterstattung die Menschen vor, an deren Schicksal er erinnern möchte:

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  • Pavlo Ishchenko: Viermaliger Strongman-Champion der Ukraine, Welt- und Europameister. Starb bei einer Kampfmission.
  • Nazar Zui: Der junge Boxer und Fußballer starb bei einem Bombenangriff auf sein Haus.
  • Taras Shpuk: Coach für die Invictus Games, Soldat seit 2014 – gefallen am 17. September 2025.
  • Maksym Halinichev: Der Boxer verzichtete auf die EM 2022, meldete sich stattdessen freiwillig zum Militärdienst. Kämpfte mit zwei Wunden bis zum Schluss.
  • Volodymyr Androshchuk: Erfolgreicher Zehnkämpfer, wollte zu Olympia 2024. Starb im Januar 2023 mit 22 Jahren bei einem Gefecht.
  • Daria Kurdel: Die 20 Jahre alte Tänzerin trainierte gerade mit ihrem Vater, als der russische Angriff losbrach. Durch Schrapnelle wurde sie tödlich verletzt.
  • Kateryna Troian: Die Ex-Leichtathletin mit den blauen Haaren war Drohnen-Operatorin, bekannt für ihren Hut mit Katzen-Ohren. Sie wurde nur 32 Jahre alt.
  • Oleksiy Habarov: Der Sportschütze war Mitglied der Nationalmannschaft und kam 2025 mit 31 Jahren ums Leben.
  • Maria Lebid: Die Tänzerin ging in die neunte Klasse, starb mit 15 bei einem Raketenangriff auf Dnipro.
  • Karyna Bakhur: Die ukrainische Kickboxerin starb beim russischen Angriff auf Berestyanka.
  • Andriy Kutsenko: Der Profi-Radfahrer lebte mit seiner Familie in Italien, meldete sich freiwillig, starb im Kampf für die 47. mechanische Brigade.
  • Mykita Kozubenko: Der Profitaucher starb im Alter von 31 Jahren, er kämpfte für die Nationalgarde.
  • Dmytro Sharpar: Der Eiskunstläufer war ukrainischer Vizemeister, starb mit 25 Jahren bei den Kämpfen um Bakhmut.
  • Andriy Yaremenko: Der Ringer starb wenige Tage vor seinem 26. Geburtstag, er war Drohnen-Pilot.
  • Fedir Yepifanov: Der Florettfechter meldete sich am 1. Tag der Invasion freiwillig, starb am 11. Dezember 2023 im Alter von nur 19 Jahren.
  • Viktoria Ivaschko: Die jüngste Sportlerin auf dem Helm – sie wurde 9 Jahre alt. Die Judoka starb mit ihrer Mutter bei einem Angriff auf Kiew.
  • Roman Polishchuk: Der Hoch- und Weitspringer starb im März 2023 bei den Kämpfen um Bachmut.
  • Yevhen Malyshev: Er startete bei den Olympischen Jugendspielen 2020 in Lausanne, starb mit 19 Jahren beim Kampf um Charkiw.
  • Ivan Kononenko: Seit November 2024 vermisst, am 9. Dezember 2025 für tot erklärt: Der 41-jährige Veterinär, Kraftsportler und Schauspieler.
  • Oleksiy Loginov: Der Hockeytorwart starb mit nur 23 Jahren.
  • Alina Perehudova: Die 14 Jahre alte Gewichtheberin starb in Mariupol durch Granatsplitter, als sie mit ihrer Mutter das Haus verließ.
  • Kateryna Diachenko: Die Nachwuchsturnerin starb mit 11 Jahren bei der Bombardierung von Mariupol mit ihren Eltern und ihrem Bruder.

Symbol der Erinnerung und des Protests

Der Helm von Vladyslav Heraskevych ist mehr als nur Sportausrüstung – er ist ein bewegendes Symbol des Gedenkens und des friedlichen Protests. Während die Disqualifikation des Athleten kontrovers diskutiert wird, hat seine Aktion international Aufmerksamkeit erregt und das Schicksal der im Krieg getöteten ukrainischen Sportler ins öffentliche Bewusstsein gerückt.

Die Porträts auf dem Helm repräsentieren nicht nur Einzelschicksale, sondern stehen stellvertretend für alle ukrainischen Sportler und Zivilisten, die ihr Leben im Konflikt verloren haben. Heraskevychs Helm erinnert daran, dass hinter jedem Sportler eine persönliche Geschichte steht und dass der Krieg diese Geschichten brutal beendet hat.