Hertha BSC: Die Aufstiegsträume sind geplatzt
Hertha BSC hat seine Ambitionen für den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga offiziell für beendet erklärt. Nach einer verheerenden 2:5-Niederlage beim SC Paderborn und einer Serie von nur einem Sieg aus den letzten neun Zweitliga-Spielen zog der Hauptstadtclub eine deutliche Bilanz. Trainer Stefan Leitl sprach von einem mentalen Trümmerhaufen, der innerhalb von zwölf Tagen entstanden sei – nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Freiburg, der Heimpleite gegen Hannover und dem Debakel in Paderborn.
Ein Spiel, das hätte eskaliert werden können
Die Niederlage in Paderborn hätte noch deutlich höher ausfallen können. Hätte der SC Paderborn seine Großchancen in der ersten Halbzeit konsequenter genutzt, wäre ein Ergebnis von 2:8 durchaus möglich gewesen. „Mir fehlen bisschen die Worte, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil ich meine Mannschaft in der Form wie wir uns heute präsentiert haben noch nicht gesehen habe“, gestand Leitl nach dem Spiel. Die Tür zur Bundesliga, die sich in den vergangenen Wochen immer weiter geschlossen hatte, sei nun endgültig zu und abgesperrt.
Qualität hat viele Merkmale
Der Trainer kritisierte insbesondere die mentale Schwäche seiner Mannschaft. „Ich höre jede Woche Qualität, Qualität. Qualität hat viele Merkmale und ein Merkmal ist auch mentale Kapazität“, befand Leitl. Mit einem Zehn-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz drei gilt der Aufstieg als praktisch unmöglich. Der Trainer kündigte eine knallharte Aufarbeitung der jüngsten Leistungen an und definierte neue Ziele für die verbleibende Saison.
Die Spieler reagieren mit Entschuldigungen
In der Mannschaft herrschte nach dem Spiel zunächst kollektive Fassungslosigkeit. Abwehrspieler Niklas Kolbe sprach von einem „Komplettversagen“ und kritisierte: „Es gibt keine Ausreden für diese Leistung. Wir alle sind unserem Anspruch nicht gerecht geworden. Ob Körpersprache, Zweikampfverhalten oder Wille – es hat überall gefehlt.“ Mittelstürmer Luca Schuler entschuldigte sich bei den Fans: „Für die Art und Weise dieser Niederlage können wir uns nur bei allen Fans entschuldigen.“
Neue Motivation für die verbleibende Saison
Torhüter Tjark Ernst, der während des Spiels regelmäßig mit seinen Vorderleuten schimpfte, stellte die Mentalitätsfrage in den Raum. „Jeder Einzelne sollte sich nach diesem Auftritt hinterfragen, ob er wirklich alles gegeben hat. Wir müssen nun klar ansprechen, dass wir nicht gut genug waren und kein Spieler seine Leistung auf das Feld bekommen hat“, forderte der Keeper. Gleichzeitig betonte er die Verantwortung gegenüber dem Verein und den Fans: „Nichtsdestotrotz stehen wir dem Verein und den Fans gegenüber weiterhin in der Verantwortung und wollen bis zum Ende das Maximum herausholen.“
Trainer Leitl formulierte einen konkreten Arbeitsauftrag: „Es geht für uns darum, im nächsten Heimspiel eine deutliche Reaktion zu zeigen vor unseren Fans zu Hause und dieses Ergebnis ein bisschen gutzumachen.“ Am kommenden Sonntag erwartet Hertha BSC den 1. FC Nürnberg im Olympiastadion – ein Spiel, das zeigen wird, ob sich die Mannschaft um Kapitän Fabian Reese wieder aufrappeln kann oder ob der Einbruch komplett wird.



