Hertha BSC: Leitl beendet Aufstiegsträume und setzt auf Realismus
Stefan Leitl, der Trainer des Fußball-Zweitligisten Hertha BSC, hat seine deutlichen Aussagen aus der Vorwoche bekräftigt und unterstrichen, dass der Aufstieg in die Bundesliga endgültig vom Tisch ist. Nach dem 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg erklärte Leitl unmissverständlich: "Ich weiß nicht, warum wir Trainer immer rumeiern müssen, wenn man das Gefühl hat, dass etwas weit weg ist. Es heißt jetzt einfach liefern. Platz sechs ist für mich aktuell realistisch. Das will jetzt auch wieder keiner hören. Ist aber so."
Klarheit nach dem Paderborn-Debakel
Bereits eine Woche zuvor hatte Leitl nach der deutlichen 2:5-Niederlage beim SC Paderborn für Aufsehen gesorgt, als er das Aufstiegsziel der Berliner öffentlich einkassierte. Der Trainer begründete seine Entscheidung mit notwendiger Ehrlichkeit: "Wenn du gegen einen direkten Konkurrenten 2:5 verlierst, können wir uns nicht hinstellen und sagen: Wir sind nach wie vor dabei, um den Aufstieg zu spielen. Ich glaube, diese Klarheit tut auch mal gut. Das will keiner hören, deswegen haben wir wahrscheinlich auch so Knüppel bekommen."
Verantwortung gegenüber Fans und Verein
Mit zehn verbleibenden Spielen bis zum Saisonende positioniert sich Hertha BSC aktuell auf dem siebten Tabellenplatz, mit acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz drei. Leitl betonte die Verpflichtung des Teams: "Wir haben hier eine hohe Verantwortung unseren Fans, der Stadt, dem Verein und uns selbst gegenüber, diese Saison maximal erfolgreich, was jetzt in unserem Rahmen noch geht, abzuschließen." Der Fokus liegt nun darauf, die verbleibenden Spiele mit maximalem Einsatz zu bestreiten und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Paul Seguin über mentale Herausforderungen
Mittelfeld-Routinier Paul Seguin gab Einblicke in die psychologischen Aspekte des Zielwechsels. Der 30-Jährige beschrieb, wie schwierig es sei, das ursprüngliche Aufstiegsziel gegen ein neues Ziel einzutauschen: "Weil irgendwo sind wir Menschen und du hast immer einen Antrieb, dann spielst du jetzt um die Goldene Ananas. Kann auch cool sein, aber ich habe immer Angst, dass das gefährlich ist." Seguin verwies auf die Gefahr, in eine Art Urlaubsstimmung zu verfallen, und betonte seine Bemühungen, täglich Energie ins Training zu bringen, um dieser Tendenz entgegenzuwirken.
Die Berliner Mannschaft steht damit vor der Herausforderung, trotz des gescheiterten Aufstiegsambitionen die Motivation hochzuhalten und die Saison mit einem respektablen Ergebnis abzuschließen. Leitls klare Kommunikation soll dabei helfen, realistische Erwartungen zu setzen und das Team auf die verbleibenden Aufgaben zu fokussieren.



