Ex-FIFA-Schiedsrichter warnt Magdeburg: „Sieg gegen Münster ist der letzte Anker!“
Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann (72) hat eine deutliche Warnung an seinen Lieblingsverein 1. FC Magdeburg ausgesprochen. Als langjähriger Kenner, Fan und kritischer Beobachter des Clubs sieht er die aktuelle Tabellensituation mit großer Sorge.
Kritische Lage acht Spieltage vor Schluss
„Es ist noch alles möglich. Ich glaube auch, die Entscheidung fällt erst an den letzten beiden Spieltagen. Aber ein Sieg gegen den direkten Mitkonkurrenten Münster ist der letzte Anker. Auf jeden Fall braucht man 34 bis 37 Punkte, da in der Liga alles so eng beieinander ist“, analysiert Heynemann die Situation. Mit erst 24 Zählern hängt der FCM acht Spieltage vor Saisonende am Tabellenende und kämpft um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.
Abstieg wäre „finanzielle Katastrophe“ für die Stadt
Als CDU-Stadtrat blickt Heynemann mit besonderer Besorgnis auf die Entwicklung des sportlichen Aushängeschildes der Stadt. Vor Monaten hatte er sich persönlich für den aktuell laufenden Neubau eines Funktionsgebäudes für Nachwuchs und Profis sowie die Sanierung der Trainingsplätze beim 1. FC Magdeburg stark gemacht – ein Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro.
„Wir haben als Stadt jetzt vieles möglich gemacht, ein Abstieg wäre finanziell eine Katastrophe. Aber auch, wenn Du die Klasse hältst, muss ein totaler Umbruch passieren. Jeder Stein muss umgedreht und hinterfragt werden, was die sportliche Leitung, die Transfers, der Kader damit zu tun haben“, fordert Heynemann entschieden.
Elversberg als positives Vorbild
Der erfahrene Fußballexperte verweist dabei auf den Tabellendritten Elversberg als positives Beispiel. Dieser spielte in der Vorsaison, genau wie der FCM, um den Aufstieg mit und befindet sich in der aktuellen Saison wieder in den oberen Tabellenregionen. Heynemann sieht hier einen klaren Beweis dafür, dass eine konsequente Neuausrichtung möglich ist.
Kritik am Videobeweis-System
Mit seinen scharfen Augen als Schiedsrichter des Jahres 1998 und früherer Weltklasse-Referee (98 DDR-Oberliga-, 151 Bundesliga-, 16 DFB-Pokal-, 42 Europapokal- und 14 Länderspiele) verfolgt Heynemann auch die aktuellen Diskussionen um den Videobeweis (VAR) im Fußball.
„Schon der Name müsste auf VA verkürzt werden. Es ist nur ein Assistent, denn der Referee steht auf dem Rasen“, erregt sich der Experte. Um die pfeifende Zunft nicht weiter zu verunsichern, empfiehlt er eine grundlegende Reform des Systems.
Forderung nach VAR-Reform
„Man muss den Kölner Keller nicht abschaffen, sollte ihn aber wirklich nur bei krassen Fehlentscheidungen zuschalten. Aktuell haben wir eine Strafraumpolizei, die dem Schiri auf dem Platz Befehle gibt. Das ist eine Kompetenzverschiebung, die für das Spiel nicht gut ist. Die Schiris brauchen Persönlichkeit und Verantwortung und sollen im Zweifel selbst entscheiden, ob sie sich eine Szene nochmal anschauen wollen“, erklärt Heynemann seine Position.
Der Ex-FIFA-Schiedsrichter betont dabei die Bedeutung der Eigenverantwortung der Unparteiischen auf dem Platz. Seiner Meinung nach wird durch die aktuelle VAR-Praxis die Autorität der Hauptschiedsrichter untergraben, was langfristig der Qualität des Fußballs schaden könnte.



