Bayerns Berater-Blacklist: Wenn Hoeneß Ernst macht, ist für diese Agenten Schluss mit lustig
Die zähen Verhandlungen mit Dayot Upamecano wirken bei Uli Hoeneß noch immer nach. Der Ehrenpräsident des FC Bayern kündigt ein deutlich härteres Auftreten gegenüber Spieleragenten an und bringt sogar die Idee einer Berater-Blacklist ins Spiel. Diese Männer dürfen sich angesprochen fühlen.
Hoeneß reicht es mit gierigen Beratern
Uli Hoeneß hat die Nase voll von gierigen Spielerberatern. Die extrem zähen Vertragsverhandlungen mit Innenverteidiger Dayot Upamecano wirken beim Bayern-Patron noch immer nach. So sehr sogar, dass er für die Zukunft Konsequenzen ziehen will. Fast ein Jahr lang hatten die Verantwortlichen mit dem französischen Abwehrspieler um einen neuen Vertrag gefeilscht.
Obwohl ihm der Klub ein Top-Angebot unterbreitet und ihn in die Riege der Top-Verdiener befördern wollte, zögerte Upamecano auf Anraten seiner Berater bis zuletzt mit seiner Unterschrift. Erst als der Verein die Offerte schriftlich zurückzog, meldete sich der Spieler persönlich per Telefon bei Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen und teilte ihm mit, dass er doch in München bleiben wolle.
Künftig härtere Linie gegen Berater
Künftig soll bei den Bayern nun Schluss sein mit derlei Spielchen. Die Verantwortlichen des FC Bayern werden es sich "nicht mehr gefallen lassen, dass Berater allein bestimmen, wie es läuft. Ihr Beitrag steht zunehmend in keinem Verhältnis mehr zur Honorierung, die aufgerufen und am Ende auch oft gezahlt wird", sagte Hoeneß im "Bild"-Interview.
Ihm sei deswegen klar, dass das Wort Nein in Vertragsverhandlungen künftig von Vereinsseite häufiger fallen werde. "Wir werden vielleicht auch den ein oder anderen Berater – wenn er sich unfair verhält – auf eine Liste nehmen und ihm sagen, dass wir Spieler, die er vertritt, nicht mehr verpflichten werden", ergänzte der langjährige Erfolgs-Manager der Bayern: "Das wäre der nächste Schritt."
Kandidaten für die Berater-Blacklist
Gibt es bei den Bayern in Zukunft also eine Blacklist für Berater? Und wenn ja, welche Namen würden auf dieser stehen? Die Upamecano-Berater haben zuletzt auch PSG brüskiert. Nun, Kandidaten gibt es da so einige, schließlich haben sich die Bayern und insbesondere über die Jahre hinweg immer wieder mit Spieleragenten gezofft.
Besonders ungern wird man derzeit an der Säbener Straße die Namen Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner hören. Sie waren es, die Upamecano bei den jüngsten Vertragsverhandlungen vertreten und neben einem Top-Gehalt auch ein sattes Handgeld herausgeschlagen haben.
- Moussa Sissoko und Marco Lichtsteiner: Treten öffentlich kaum in Erscheinung und agieren lieber als Strippenzieher im Hintergrund. Beide haben in ihrem Portfolio zahlreiche französische Spieler – darunter pikanterweise auch Bayerns Sacha Boey. Prominentester Klient ist Weltfußballer Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain.
- Volker Struth: Der 59-Jährige ist einer der einflussreichsten Spielervermittler Europas und hatte auch schon häufiger mit den Bayern zu tun – einig wurde man sich nicht immer. 2012 etwa lotste Struth den vom Rekordmeister heiß umworbenen Marco Reus von Gladbach nach Dortmund.
- Pini Zahavi: Der Israeli ist einer der mächtigsten Berater überhaupt und fädelte 2017 auch den Weltrekord-Transfer von Neymar vom FC Barcelona zu PSG ein. Den meisten Bayern-Fans dürfte Zahavi ein Begriff sein, seitdem ihn Hoeneß einst als "geldgierigen Piranha" brandmarkte.
Auswirkungen auf aktuelle Spieler
Käme der Israeli tatsächlich auf eine Berater-Blacklist, müsste sich Jonathan Tah also einen neuen Agenten suchen – sofern die Bayern tatsächlich konsequent bleiben. Selbiges gilt für Jamal Musiala und Alphonso Davies. Musiala gehört zum Portfolio der Münchner Agentur "11Wins", Davies wird von Berater Nick Huoseh vertreten.
Beide sollen sich ihre Vertragsunterschriften im vergangenen Jahr neben Top-Gehältern auch noch mit Handgeldern im Bereich von rund 20 Millionen Euro haben versüßen lassen – für Hoeneß ein Dorn im Auge. Wie ernst es der Bayern-Patron mit seiner Berater-Blacklist tatsächlich meint, wird sich zeigen. Ein Wettbewerbsvorteil auf dem ohnehin schon schwierigen Transfermarkt wäre es für den Rekordmeister jedenfalls nicht.



