Hoeneß: Würde 150 Millionen für Superstar zahlen - Kritik an Frankfurter Transferpolitik
Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat in einem bemerkenswerten Statement über die Transferpolitik in der Bundesliga gesprochen und dabei einen klaren Ratschlag an den Konkurrenten Eintracht Frankfurt gerichtet. Der langjährige Bayern-Funktionär, der einst von 100-Millionen-Transfers nichts wissen wollte, gab überraschend zu, dass er für einen echten Superstar sogar noch deutlich mehr ausgeben würde.
„Wir sind ein Käuferverein und kein Verkäuferverein“
„Ich persönlich bin kein großer Freund vom Verkauf von guten Spielern. Ich sage immer beim FC Bayern: Wir sind ein Käuferverein und kein Verkäuferverein“, erklärte Hoeneß auf einer Veranstaltung der Frankfurt School of Finance & Management in Frankfurt am Main. Dabei richtete er sich direkt an Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann: „Das wird Axel Hellmann auch noch begreifen, dass man auf die Dauer eben bei jedem Verkauf auch Substanz verliert. Es ist schön, wenn man mal 50, 60 Millionen kriegt, aber was ist die Konsequenz?“
Diese Aussage zielt deutlich auf die Transferpolitik der Eintracht Frankfurt ab, die in den vergangenen Jahren durch mehrere spektakuläre und kostspielige Spielerverkäufe auf sich aufmerksam gemacht hat. Die SGE verkaufte 2023 Randal Kolo Muani für 95 Millionen Euro an Paris Saint-Germain, im Januar 2025 folgte Omar Marmoush für 75 Millionen Euro zu Manchester City, und im Sommer 2025 wechselte Hugo Ekitiké für weitere 95 Millionen Euro zum FC Liverpool.
Hoeneß: Harry Kane wäre 150 Millionen wert
Im Vergleich zu diesen Summen erscheinen die Rekordverkäufe des FC Bayern fast bescheiden. Robert Lewandowski wechselte für etwa 45 Millionen Euro zum FC Barcelona, ähnliche Summen erzielten die Münchner für Matthijs de Ligt und Lucas Hernández. Bei den Ausgaben hingegen ist Bayern klarer Spitzenreiter der Bundesliga – allein Harry Kane kostete fast 100 Millionen Euro.
Aus Hoeneß‘ Sicht stellt dieser Transfer mittlerweile ein echtes Schnäppchen dar: „Heute würde ich ihn für 150 Millionen kaufen“, verriet der Ehrenpräsident. „Weil der ist ein Traum für Bayern München. Weltweit ein Aushängeschild. Ein guter Charakter, ein Vorbild für unsere Jugend, unsere 18-Jährigen. Der nimmt die in den Arm. Der sagt denen, wie sie den Ball schießen müssen.“
Frankfurts sportliche Probleme nach den Top-Abgängen
Während Bayern mit ihrer Kaufphilosophie weiterhin erfolgreich ist, hat die Eintracht Frankfurt mit den Konsequenzen ihrer Verkaufspolitik zu kämpfen. Die Abgänge der Top-Stars waren sportlich kaum zu kompensieren, besonders der Verlust von Marmoush und Ekitiké macht sich in dieser Saison deutlich bemerkbar. Als Ersatz verpflichteter Jonathan Burkardt kämpft zudem mit Verletzungsproblemen.
Die sportliche Bilanz spricht eine klare Sprache: Die Eintracht liegt in der Bundesliga lediglich auf Platz sieben und hat bereits sieben Punkte Rückstand auf Bayer Leverkusen auf Rang sechs. Sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal ist die Mannschaft bereits ausgeschieden. Diese Entwicklung kostete im Januar Ex-Trainer Dino Toppmöller seinen Job.
Leichte Besserung unter neuem Trainer
Unter Nachfolger Albert Riera zeigt sich jedoch eine leichte Besserung. Aus sechs Bundesliga-Partien holte Frankfurt unter dem Spanier solide elf Punkte. Zwar funktioniert das spielerische Konzept noch nicht vollständig, allerdings gelang es Riera, die zuvor katastrophale Defensive der SGE deutlich zu stabilisieren. In vier der sechs Spiele seit seinem Amtsantritt spielte Frankfurt zu null – ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft.
Die Aussagen von Uli Hoeneß werfen ein interessantes Licht auf die unterschiedlichen Philosophien in der Bundesliga und zeigen, wie kontrovers das Thema Spielertransfers in deutschen Fußballkreisen diskutiert wird.



