Internationaler Schlag gegen Botnetze: Aisuru und Kimwolf lahmgelegt
In einer groß angelegten internationalen Operation haben Sicherheitsbehörden aus Nordamerika und Deutschland zwei der weltweit größten Botnetze zerschlagen. Die Infrastruktur der kriminellen Netzwerke, bekannt als Aisuru und Kimwolf, wurde hauptsächlich für sogenannte Denial-of-Services-Attacken (DDoS) genutzt, wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte. Bei diesen Angriffen versuchen Cyberkriminelle, Webseiten und Apps ihrer Opfer durch eine Flut von Datenanfragen lahmzulegen. Zuletzt waren die Informationsangebote der Deutschen Bahn und die DB-Navigator-App von einer solchen DDoS-Attacke betroffen, was zu erheblichen Störungen führte.
Details zu den Botnetzen und ihren Angriffen
Das ältere Botnetz Aisuru infizierte vor allem schlecht gesicherte Geräte im Internet der Dinge, darunter Router und Überwachungskameras. Diesem Netzwerk wird der bislang größte bekannte DDoS-Angriff zugeschrieben, bei dem eine Datenmenge von 31,4 Terabit pro Sekunde bewegt wurde. Dieser Angriff wurde damals vom IT-Dienstleister Cloudflare erfolgreich abgewehrt, wobei das eigentliche Ziel unbekannt blieb. Das zweite Botnetz, Kimwolf, ist eng mit Aisuru verwandt und konzentrierte sich stärker auf Android- und Consumer-Geräte wie TV-Boxen.
Beteiligte Behörden und Ermittlungserfolge
An der Operation waren auf deutscher Seite die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) und das Bundeskriminalamt beteiligt. Gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus Kanada und den USA gelang es, die global verteilte technische Infrastruktur der beiden Botnetze abzuschalten. Allerdings ist das kriminelle Netzwerk nicht vollständig zerschlagen, da es den Fahndern nicht gelang, Tatverdächtige festzunehmen. Immerhin wurden zwei mutmaßliche Administratoren identifiziert, und bei Durchsuchungen an ihren Wohnorten in Deutschland und Kanada wurden umfassende Beweismittel sichergestellt, darunter zahlreiche Datenträger und Kryptowährungen im fünfstelligen Bereich. Das Bundeskriminalamt erklärte, dass auf die Beschuldigten nun rechtliche Konsequenzen zukommen.
Obwohl dieser Schlag einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminalität darstellt, bleibt das Problem der DDoS-Angriffe weiterhin bestehen, da andere Botnetze und Hacker-Netzwerke aktiv sind. Die Sicherheitsbehörden betonen die Notwendigkeit kontinuierlicher internationaler Zusammenarbeit, um die digitale Infrastruktur zu schützen.



