Biotech-Sensation: Laborgehirnzellen meistern den Ego-Shooter-Klassiker Doom
Laborgehirnzellen spielen Ego-Shooter Doom

Biotech-Sensation: Gehirnzellen aus dem Labor meistern den Ego-Shooter-Klassiker Doom

Was wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film klingt, ist in einem australischen Labor Realität geworden: Im Labor gezüchtete menschliche Gehirnzellen haben gelernt, den legendären Ego-Shooter Doom zu spielen. Das Biotech-Startup Cortical Labs aus Melbourne hat diese bahnbrechende Entwicklung bekannt gegeben und damit erneut für Aufsehen in der Forschungsgemeinschaft gesorgt.

Von Pong zu Doom: Eine rasante Entwicklung

Bereits im Jahr 2022 sorgte das Unternehmen für Schlagzeilen, als es gelang, sogenannten Mini-Gehirnen aus 800.000 lebenden menschlichen und Maus-Gehirnzellen beizubringen, das Ur-Videospiel Pong zu spielen. „Das Erstaunliche ist, wie schnell es lernt, in fünf Minuten, in Echtzeit“, erklärte damals Brett Kagan, wissenschaftlicher Leiter von Cortical Labs, gegenüber Fachmedien. „Das ist wirklich eine erstaunliche Sache, die die Biologie leisten kann.“

Nun hat das Startup den nächsten großen Schritt gemacht. Vor etwa einem Jahr brachte Cortical Labs den CL1 auf den Markt – den weltweit ersten programmierbaren biologischen Computer. Diese Hardware, etwa so groß wie ein Schuhkarton, enthält rund 200.000 im Labor gezüchtete menschliche Neuronen, die kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt werden.

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Die komplexe Herausforderung des Ego-Shooters

Der Ego-Shooter Doom stellt eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe dar als das einfache Pong. Während Pong lediglich aus zweidimensionalem Ping-Pong besteht, ist Doom ein dreidimensionales Spiel mit Gegnern, das Orientierung in einer virtuellen Umgebung und strategisches Handeln erfordert. „Es ist 3D. Es hat Gegner. Es muss erkunden, es ist eine Umgebung, und es ist schwer“, beschreibt Brett Kagan die Herausforderungen.

Um diese Hürde zu meistern, mussten die Forscher die digitale Welt von Doom in die biologische Sprache der Neuronen übersetzen – nämlich in elektrische Signale. Die im Labor gezüchteten Zellen erhalten elektrische Impulse und senden entsprechende Signale zurück, die von einer speziellen Software als Befehle zum Bewegen, Schießen oder Drehen interpretiert werden.

Noch auf Anfängerniveau, aber mit großem Potenzial

Aktuell spielen die Gehirnzellen Doom noch auf dem Niveau eines absoluten Anfängers. „Im Moment spielen die Zellen ähnlich wie ein Anfänger, der noch nie einen Computer gesehen hat“, räumt Kagan ein. Dennoch zeigt die Demonstration, wie rasant sich diese Technologie entwickelt hat und welches Potenzial in ihr steckt.

Befürworter dieser Forschung betonen, dass lebende Neuronen nur einen Bruchteil der Energie benötigen, die herkömmliche Supercomputer verbrauchen. Diese Eigenschaft könnte sie besonders interessant machen für Anwendungen in der Robotik, etwa bei der Entwicklung komplexer Roboterarme oder anderer intelligenter Systeme.

Ob diese Entwicklung tatsächlich einen Durchbruch in der Biotechnologie darstellt, wird die weitere Forschung zeigen. Fest steht jedoch, dass die Fähigkeit von Laborgehirnzellen, komplexe Videospiele zu meistern, neue Perspektiven für die Schnittstelle zwischen Biologie und Technologie eröffnet.

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