Braunschweig – Ein herzzerreißender Anblick bot sich Zollbeamten bei einer Routinekontrolle auf der Autobahn 2. Als sie den Kofferraum eines rumänischen VW Sharan öffneten, blickten sie in sechs hilfesuchende Knopfaugen. Doch das war erst der Anfang. Insgesamt 16 Dackel wurden aus dem Fahrzeug befreit, das am Mittwoch am Autohof Peine in Niedersachsen gestoppt worden war.
Zufallsfund wird zur Tierrettungsaktion
Die Beamten des Hauptzollamts Braunschweig hatten den Wagen zufällig aus dem Verkehr gezogen. Am Steuer saß ein Ungar, der angab, nach Dänemark reisen zu wollen. Auf Nachfrage nannte er jedoch keinen konkreten Reisegrund, was die Beamten misstrauisch machte. Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs entdeckten sie zunächst zwei Hundeboxen mit zwei ausgewachsenen Dackeln und einem Welpen im Kofferraum.
13 Welpen in Taubentransportbox eingepfercht
Doch die eigentliche Entdeckung folgte: Unter wild durcheinanderliegendem Gepäck auf der Rückbank fanden die Zöllner eine Taubentransportbox, in der 13 Dackelwelpen zusammengepfercht waren. Die etwa sechs Wochen alten Tiere hatten keinerlei Ausweispapiere. „Die Welpen waren unter widrigsten Bedingungen zusammengestopft. Durch das Gepäck war die Luftzirkulation unzureichend“, berichtete der Zoll. Die Tiere zeigten sich bereits deutlich geschwächt und dehydriert.
Zwei Hündinnen hochtragend
Nach der Befreiung wurden die Hunde umgehend in ein Tierheim gebracht, wo sie mit Wasser, Futter und Auslauf versorgt wurden. Erfreulicherweise erholten sie sich schnell und zeigten sich wieder lebendiger. Bei der tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass die beiden ausgewachsenen Hündinnen hochtragend sind und in den nächsten Tagen Welpen erwarten. Wo die Muttertiere der kleinen Welpen sind, bleibt unklar.
Verdacht auf illegalen Welpenhandel
Der Fahrer gab an, die Tiere für Familienangehörige und Freunde zu transportieren. Doch die Zollbeamten schenkten ihm keinen Glauben. Der Verdacht liegt nahe, dass die Welpen illegal verkauft werden sollten. Einige Hunde wiesen eine seltene Scheckung auf, die durch einen Gendefekt bedingt ist. „Für diese besondere Fellfarbe werden von Händlern deutlich höhere Preise verlangt“, erklärte die Amtstierärztin.
Ermittlungen und Kosten
Gegen den Fahrer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zudem muss er die Kosten für die Unterbringung der Tiere in Quarantäne tragen. Der Zoll warnt eindringlich vor illegalen Tiertransporten, die oft mit großem Leid für die Tiere verbunden sind.



