Nach fünf Pleiten in Folge: Kiel feuert Aufstiegs-Trainer Rapp
Das 1:3 in Karlsruhe war das endgültige Aus. Holstein Kiel hat Trainer Marcel Rapp (46) mit sofortiger Wirkung freigestellt. Der Verein reagiert damit auf eine sportliche Talfahrt, die sich in den vergangenen Wochen dramatisch zugespitzt hat.
Rapp zieht versöhnliches Fazit trotz Enttäuschung
Marcel Rapp machte in seiner Reaktion keinen Hehl daraus, dass er gerne geblieben wäre: „Nach dem Umbruch im Sommer befanden wir uns in einem anspruchsvollen, aber aus meiner Sicht sehr gut geplanten Entwicklungsprozess. Ich bin überzeugt, dass wir die sportlichen Herausforderungen gemeinsam erfolgreich gemeistert und die Saison stabil gestaltet hätten.“ Dennoch respektiert er die Entscheidung des Vereins und blickt positiv in die Zukunft.
Trotz der überraschenden Entlassung zieht Rapp ein versöhnliches Fazit seiner Zeit in Kiel: „Wir haben in den vergangenen Jahren gemeinsam eine klare sportliche Identität entwickelt, Strukturen aufgebaut und mit dem Aufstieg in die Bundesliga Vereinsgeschichte geschrieben. Holstein Kiel wird für mich immer ein besonderer Klub bleiben.“
Historischer Aufstieg 2024, aber aktuell tiefe Krise
Rapp war seit 2021 als Nachfolger von Ole Werner (37/jetzt Leipzig) in Kiel tätig und hat sich mit dem Aufstieg in die Bundesliga 2024 für immer in die Klub-Geschichtsbücher eingeschrieben. Nach nur einem Jahr folgte jedoch der direkte Wiederabstieg – und in der aktuellen Saison läuft fast nichts mehr.
Die sportliche Situation hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschlechtert:
- Vier Niederlagen in Folge in der Zweiten Liga
- Frühes Aus im DFB-Pokal
- Insgesamt fünf Pleiten in Serie
- Nur zwei Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten Fürth
Der direkte Wiederaufstieg war zwar nie offizielles Saisonziel, aber die aktuelle Platzierung auf Rang 14 und die negative Entwicklung der Mannschaft waren für die Verantwortlichen nicht mehr tragbar.
Schwere Entscheidung für die Vereinsführung
Geschäftsführer Olaf Rebbe (47) betonte die Schwierigkeit der Entscheidung: „Seine Arbeit, sein Engagement und sein Umgang mit den Menschen war außergewöhnlich und wird immer in Erinnerung bleiben – gerade deshalb fällt uns dieser Schritt sehr schwer.“
Doch nach intensiven Analysen und Gesprächen kam die Vereinsführung zu einem klaren Schluss: „Nach eingehender Analyse der sportlichen Entwicklung und intensiven Gesprächen mit meinen Präsidiumskollegen und dem Aufsichtsrat sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine Veränderung braucht.“
Interims-Lösung und schwierige erste Aufgabe
Co-Trainer Alexander Hahn (36) muss ebenfalls gehen, während Assistent Dirk Bremser (60) im Team bleibt und bis zur Vorstellung des neuen Trainers die Übergangs-Lösung übernimmt. Seine erste Aufgabe wird ein echter Härtetest: Am Samstag (13 Uhr, Sky) empfängt Holstein Kiel den Tabellendritten Elversberg.
Die Suche nach einem Nachfolger für Marcel Rapp, der trotz eines Vertrags bis 2028 den Verein verlassen muss, läuft bereits auf Hochtouren. Für die Störche beginnt eine neue Ära – während ein Trainer geht, der den Verein in die Bundesliga führte und nun nach einer Serie von Enttäuschungen seinen Platz räumen muss.



