Holstein Kiels Klassenerhalt: Trainer Walter vor Entscheidung
Holstein Kiels Klassenerhalt: Walters Zukunft offen

Kiel - Der Jubel bei Holstein Kiel war groß, als die Mannschaft mit einem 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig den vorzeitigen Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga perfekt machte. Vier Siege in Folge bescherten den Störchen die Rettung zwei Spieltage vor Saisonende. Im Mittelpunkt der Ovationen stand Phil Harres, der mit einem Doppelpack (31. und 87. Minute) den sonnigen Frühjahrsnachmittag krönte.

Sportchef Rebbe bremst Euphorie

Doch während die Fans ausgelassen feierten, blieb Sportchef Olaf Rebbe betont nüchtern. „Es gibt jetzt keinen Grund zur Euphorie, weil wir nicht abgestiegen sind. Wir hatten und haben andere Ansprüche“, sagte er fast provozierend. Dabei hatte der 48-Jährige am Tag zuvor Geburtstag – das verspätete Geschenk nahm er dennoch gelassen an.

Die Wende nach der Krise

Noch am 14. März lag Holstein Kiel auf Abstiegsrang 17, nach einem 2:3 gegen den 1. FC Nürnberg. Wochen der nackten Angst waren die Folge, ausgelöst durch eine zu naive Kaderplanung, großes Verletzungspech und schleichende Verunsicherung. Doch dann folgten sechs Spiele ohne Niederlage, fünf davon wurden gewonnen. Eine beeindruckende Serie, die Trainer Tim Walter zum „Retter der Störche“ machte.

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Walter: Emotionen pur

Direkt nach dem Abpfiff ließ der 50-jährige Coach seinen Emotionen freien Lauf. Er riss die Arme in die Höhe, schleuderte seine Wasserflasche in den Himmel und herzte alle Spieler und Staff-Mitglieder. „Ich bin sehr stolz, dass sie es heute gewuppt haben. Aber wir haben noch zwei Spiele. Und die wollen wir auch gewinnen“, sagte Walter. Die Mannschaft könnte mit einem sechsten Sieg in Serie den vereinsinternen Rekord einstellen.

Zukunft von Trainer Walter ungewiss

Wie es mit Walter selbst weitergeht, ließ der gebürtige Münchner offen. Sein Vertrag endet am 30. Juni. „Ausgeschlossen ist nichts“, meinte der Ex-HSV-Trainer auf die Frage nach einer Verlängerung. Kiel sei für ihn eine zweite Heimat, in der er „sehr, sehr gute Freunde“ habe. Sportchef Rebbe betonte: „Wir haben verabredet, nach Abschluss der Saison miteinander zu sprechen. Und das werden wir auch so machen.“ Sein Nachsatz klang wie ein Wink: „Scheinbar haben wir mit dem Trainerwechsel die richtige Entscheidung getroffen.“

Baustelle Holstein-Stadion als Herausforderung

Im Spätsommer beginnen die Bauarbeiten für den Um- und Ausbau des Holstein-Stadions, der mit rund 70 Millionen Euro veranschlagt ist. Die ersten Tribünen werden abgerissen. Die Aussicht, Heimspiele über Jahre auf einer Baustelle zu bestreiten, dürfte die Vorfreude des erfolgsorientierten Trainers trüben. Ein Fakt, der die „Liebesbeziehung“ zwischen Walter und Holstein Kiel auf eine harte Probe stellen könnte.

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