Honorats Joker-Rolle beschert Gladbach wichtigen Sieg
Beim 2:0-Heimsieg von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli am 26. Spieltag der Bundesliga entwickelte sich Franck Honorat zur überraschenden Matchwinner-Figur. Der 29-jährige Franzose, der erst in der 57. Spielminute für den jungen Wael Mohya eingewechselt wurde, erzielte nicht nur sein erstes Saisontor, sondern zeigte mit einem weiteren Pfostenschuss seine mit Abstand beste Leistung in dieser Spielzeit.
Von der Startelf-Verbannung zur Schlüsselrolle
Trainer Eugen Polanski hatte die kontroverse Entscheidung getroffen, seinen etatmäßigen Top-Star Franck Honorat nicht von Beginn an aufzustellen. Stattdessen setzte der 39-jährige Coach auf die jungen Offensivkräfte Wael Mohya und Hugo Bolin, um das heimische Stadion frühzeitig „anzuzünden“ – eine Taktik, die sich als erfolgreich erwies.
Polanski gab im Nachgang tiefe Einblicke in seine schwierige Entscheidungsfindung: „Als junger Trainer struggelt man natürlich, einen so herausragenden Spieler draußen zu lassen. Ein Franck Honorat muss normalerweise immer spielen und wird auch immer spielen. Aber es war eine bewusste Entscheidung für einen frischen Start.“
Die professionelle Reaktion des Franzosen
Besonders beeindruckend war die professionelle Haltung Honorats. Der Offensivspieler hatte vor dem Spiel ein ausführliches Gespräch mit seinem Trainer geführt und dessen Entscheidung akzeptiert. „Er hat gesagt: ‚Trainer, egal, wie du dich entscheidest – es wird korrekt sein‘“, so Polanski über die respektvolle Reaktion seines Spielers.
Diese Einstellung zahlte sich aus, als Honorat mit seiner Einwechslung frischen Wind in die Gladbacher Offensive brachte und maßgeblich zum wichtigen Dreier im Abstiegskampf beitrug.
Die Wendung einer schwierigen Saison
Bis zu diesem Spieltag hatte Honorat eine ausgesprochen enttäuschende Saison gespielt. In den vorangegangenen neun Partien hatte der schnelle Techniker lediglich eine Torvorlage beigesteuert und wirkte oft lethargisch mit teilnahmsloser Körpersprache. Der Tiefpunkt folgte bei der 1:4-Niederlage in München, wo er nach nur 16 Ballkontakten und einer schwachen Leistung (BamS-Note 6) bereits nach einer Stunde ausgewechselt wurde.
Taktische Frage für das Derby
Nach dieser starken Joker-Leistung stellt sich nun die entscheidende Frage: Ist Franck Honorat in seiner aktuellen Verfassung als Einwechselspieler möglicherweise wertvoller für die Mannschaft? Könnte er mit seinem Tempo und seinen tiefen Läufen nicht genau dann die entscheidenden Nadelstiche setzen, wenn die gegnerische Abwehr ermüdet?
Diese Überlegung wird für Trainer Polanski besonders relevant beim bevorstehenden Bundesliga-Derby gegen den 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Die Entscheidung, Honorat gegen St. Pauli auf die Bank zu setzen, erwies sich als taktischer Volltreffer – doch ob diese Strategie auch gegen die Kölner funktioniert, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Mit seiner Leistung gegen St. Pauli hat sich Franck Honorat zurückgemeldet und könnte im entscheidenden Abstiegskampf der Borussia eine unerwartete, aber möglicherweise entscheidende Rolle als Super-Joker zukommen.



