HSV triumphiert bei emotionaler Baumgart-Rückkehr
Die Rückkehr von Steffen Baumgart ins Volksparkstadion verlief für den ehemaligen HSV-Cheftrainer enttäuschend. Sein aktueller Verein, der 1. FC Union Berlin, unterlag dem Hamburger SV mit 2:3 (1:2) und wartet nun bereits im siebten Spiel des Jahres 2026 auf den ersten Sieg. Für den HSV unter Trainer Merlin Polzin, einst Baumgarts Assistent, war es der fünfte Bundesligapunkt in Folge ohne Niederlage.
Historisches Jubiläum mit dramatischem Verlauf
Im 1.887. Bundesligaspiel des 1887 gegründeten Vereins zeigten die Hamburger Nervenstärke. Trotz eines frühen Rückstands durch Leopold Querfelds Foulelfmeter (28. Minute) ließen sich die Hanseaten nicht beirren. Ransford Königsdörffer (35.) und Nicolas Capaldo (45.+2) mit seinem ersten Bundesligator drehten die Partie noch vor der Pause. Königsdörffer (82.) baute den Vorsprung mit seinem vierten Saisontreffer aus, bevor Andrej Ilic (89.) für Berlin nur noch den Anschluss erzielte.
Offensivdrang und kontroverse Szenen
Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion setzte der HSV von Beginn an auf Offensive. Trainer Polzin vertraute dabei erneut auf Robert Glatzel in der Startelf. Die Hamburger dominierten mit 64 Prozent Ballbesitz in der ersten Halbzeit und schufen zahlreiche Chancen.
Zwei kontroverse Szenen im HSV-Strafraum sorgten für Aufregung:
- Nach einer Kollision zwischen Ilic und Jordan Torunarigha (19.) entschied Schiedsrichter Florian Badstübner auf kein Elfmeter
- Minuten später zeigte er jedoch nach Capaldos Foul an Ilic den Elfmeterpunkt an – auch nach VAR-Prüfung blieb die Entscheidung bestehen
Glück und Können im entscheidenden Moment
Nach dem Seitenwechsel blieb der HSV zunächst überlegen, verpasste aber durch Königsdörffer (59.) die Chance zur frühen Vorentscheidung. Union Berlin wurde in der zweiten Halbzeit zunehmend gefährlicher: Tim Skarke (64.) schoss knapp vorbei, Derrick Köhn (71.) traf die Latte.
Doch der HSV bewies Charakter. Nach Königsdörffers zweitem Treffer und Ilics Anschlusstreffer verteidigten die Hamburger ihren knappen Vorsprung in den Schlussminuten mit einer Mischung aus Glück und defensivem Können erfolgreich.
Tabellensituation verbessert
Durch den Heimsieg zog der Aufsteiger in der Bundesligatabelle bei einem Spiel weniger an Union Berlin vorbei und etablierte sich vorerst in sichereren Tabellenregionen. Für Trainer Polzin war es ein besonderer Erfolg gegen seinen früheren Chef Baumgart, während die Berliner weiterhin auf ihren ersten Dreier des Jahres warten müssen.



