Mats Hummels packt aus: Ex-Trainer, Bayern-Ära und Karriereende in Rom
In einem exklusiven Interview mit GQ Germany hat Mats Hummels, der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler, nun ausführlich über seine bewegte Karriere gesprochen. Der Innenverteidiger blickt auf 17 erfolgreiche Bundesliga-Saisons zurück, die er zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund verbrachte, und gewährt dabei interessante Einblicke in seine Zeit unter verschiedenen Trainern.
Bedauern über das schnelle Aus von Marco Rose
Bevor Hummels im Sommer 2024 in die italienische Serie A wechselte, um dort seine Karriere ausklingen zu lassen, spielte er insgesamt 13 Jahre für Borussia Dortmund. Dieser Verein bedeutet ihm bis heute extrem viel, sodass ein Wechsel innerhalb Deutschlands für ihn nie infrage kam. „Ich wollte unbedingt ins Ausland gehen. Innerhalb Deutschlands zu wechseln, kam für mich aus Verbundenheit zum BVB nicht infrage“, erklärte Hummels.
Während seiner Zeit in Dortmund spielte er unter vielen verschiedenen Trainern, doch einer ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben. „Ich fand es schade, dass ich nur ein Jahr mit Marco Rose hatte, denn ich halte sehr viel von ihm als Trainer und auch als Mensch“, sagte Hummels. Dass die Mannschaft damals trotz Rose nicht allzu erfolgreich war, führt er auf schlechtes Timing zurück: „Er hatte viel Pech, weil mehrere zentrale Spieler in langen Verletzungspausen waren, und ich fand es schade, dass ihn das letztlich seinen Job gekostet hat. Ich hatte immer das Gefühl, dass er das schon noch in die richtigen Bahnen lenken würde.“
Turbulente Jahre beim FC Bayern München
Mats Hummels verbrachte die 13 Jahre nicht am Stück in Dortmund. Zwischendurch wechselte er zurück zu seinem Ausbildungsverein, dem FC Bayern München. Dort feierte er zwischen 2016 und 2019 diverse Erfolge: drei Meistertitel, einen DFB-Pokalsieg und drei Supercupsiege. Neben den Erfolgen war die kurze Zeit bei Bayern auch von zahlreichen Trainerwechseln und öffentlicher Kritik geprägt. Er spielte unter Carlo Ancelotti, Jupp Heynckes und Niko Kovac.
Unter allen drei Trainern gewannen die Bayern die Meisterschaft, aber keiner war auch international langfristig erfolgreich. „Im Fall von Carlo Ancelotti bin ich der festen Überzeugung, dass er bei Bayern extrem erfolgreich hätte sein können. Er ist ein sehr sympathischer, nahbarer Typ, bei dem viel über die Sprachebene funktioniert“, resümierte Hummels. Laut dem Innenverteidiger war es die Sprachbarriere, die größere Erfolge verhinderte: „Alle mochten ihn, aber man merkte, dass es für ihn mit den Spielern, die Italienisch oder Spanisch sprachen, viel leichter war. Hätte er fließend Deutsch gesprochen, bin ich mir sicher, dass er bei Bayern München eine Ära hätte prägen können.“
Karriereende in Italien bei AS Rom und neue Pläne
Nach 17 erfolgreichen Jahren in der Bundesliga wechselte Hummels im Sommer 2024 nach Italien zur AS Rom. „Der Hauptgrund für die Entscheidung war natürlich der Fußball. Aber ich hatte auch andere Möglichkeiten, die ähnlich reizvoll waren, sodass die Option, in einer Stadt wie Rom zu leben, letztlich doch mit reingespielt hat“, begründet Hummels heute seine damalige Entscheidung. Nur ein Jahr später beendete er seine aktive Fußballkarriere und strebt nun neue Aufgaben an.
Aktuell steht er als TV-Experte in der Champions League bei Prime Video am Spielfeldrand. Bei der WM wird er für Magenta TV dabei sein. „Diese Tätigkeit ist eine gute Möglichkeit, die Zeit zu überbrücken, bis ich wieder etwas ‚Festes‘ übernehmen möchte, bei dem ich dauerhaft an einem Ort sein muss – ob das nun in einem Büro oder in einer Kabine sein wird“, beschreibt er seine derzeitigen Zukunftspläne. Mit drei Pokalsiegen, fünf Meisterschaften und dem WM-Sieg 2014 kann Hummels auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken, die nun in neuen Herausforderungen mündet.



