Trotz Boykott-Debatten: FIFA-Chef Infantino verspricht friedliche WM-Party in den USA
Infantino verspricht friedliche WM-Party trotz Boykott-Debatten

Trotz politischer Spannungen: Infantino setzt auf Einheit bei der WM 2026

Vier Monate vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA hat FIFA-Präsident Gianni Infantino eine optimistische Botschaft verbreitet. Trotz anhaltender politischer Debatten und Boykott-Diskussionen versprach der Chef des Weltfußballverbandes eine friedliche und freudvolle Endrunde.

„Die WM wird eine Party“ – Infantinos Vision für 2026

Beim 50. Ordentlichen Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Brüssel betonte Infantino die vereinende Kraft des Sports. „Die WM wird eine Party, sie wird eine Feier – sie wird die Welt vereinen in Frieden und Freude“, erklärte der frühere UEFA-Generalsekretär mit Nachdruck. „Die WM wird ein Symbol der Einheit, des Friedens und der Solidarität sein.“

Besonders hob Infantino dabei die Rolle der europäischen Fußballverbände hervor. „Ihr Beitrag wird absolut grundlegend sein, um diese Einheit und diese Solidarität zu schaffen“, sagte er vor den UEFA-Delegierten. „Wir werden alle gemeinsam sehr hart daran arbeiten, dies möglich zu machen – und ich zähle auf jeden Einzelnen von Ihnen.“

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Boykott-Debatte in Europa bleibt aktuell

Die optimistischen Worte des FIFA-Präsidenten kommen vor dem Hintergrund anhaltender politischer Spannungen. Infolge der aggressiven Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump und der Eskalation bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE mit Todesopfern hatte es in den vergangenen Wochen in Europa vermehrt Diskussionen über einen möglichen WM-Boykott gegeben.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und andere europäische Verbände lehnen ein Fernbleiben von der Weltmeisterschaft derzeit jedoch ab. Bei der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am Vortag war ein Boykott dem Vernehmen nach kein offizielles Thema gewesen.

EU-Kommissar übt deutliche Kritik an FIFA

Vor Infantinos Rede hatte sich der für Sport zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef mit ungewöhnlich deutlicher Kritik direkt an den FIFA-Boss gewandt. Der maltesische Politiker sprach offen von „Meinungsverschiedenheiten“ zwischen der Europäischen Union und dem Weltfußballverband.

„Es gibt eine Sache, die für uns nicht verhandelbar ist und bei der wir immer standhaft bleiben werden: unsere Werte“, betonte Micallef. „Denn für uns existiert Fußball nicht im luftleeren Raum. Der Fußball darf niemals, niemals kommerzielle und politische Erwägungen über das Erlebnis der Fans, über das Wohlergehen der Athletinnen und Athleten und die langfristige Entwicklung des Spiels stellen.“

In seiner Funktion als EU-Kommissar wurde Micallef noch konkreter: „Fußball ist ein öffentliches Gut, und er muss von Institutionen geregelt werden, die im öffentlichen Interesse handeln. Sport und Fußball müssen mehr sein als Gewinne und der Wert für Anteilseigner.“

Kritik an finanziellen Ungleichgewichten im Fußball

Ganz im Sinne der Deutschen Fußball Liga (DFL) kritisierte der EU-Kommissar zudem strukturelle Probleme im Profifußball. Micallef nannte dabei explizit:

  • Die hohen Ausgaben für Spielerberater
  • Die fehlenden Gehaltsobergrenzen im Profifußball
  • Die ungleiche Verteilung der Einnahmen innerhalb des Fußballökosystems

Diese Kritikpunkte verdeutlichen die Spannungen zwischen kommerziellen Interessen und dem gemeinwohlorientierten Anspruch des Sports, die auch im Vorfeld der WM 2026 weiterhin diskutiert werden.

Die Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA statt und steht trotz der versöhnlichen Worte Infantinos weiterhin im Zeichen politischer und gesellschaftlicher Debatten.

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